2. April 2011

Zustandsbericht zum Wochenende: Tendenz unheilig bis nebulös, stellenweise Hoffnungsschimmer

Ein Kommentar von Wolfgang Rogalski, Verlagsleiter MedienHaus.Am-Finanzplatz.de

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 02.04.2011] Wann ist eine Situation eine Krise, wann ist sie bereits eine Katastrophe? Das hängt wohl von dem eigenen Standort und der eigenen Wahrnehmung ab. Das Desaster in Japan ist für uns in Deutschland mehrheitlich allenfalls eine Krise, weil vielleicht Geschäftsbeziehungen oder der Import von Gütern tangiert werden bzw. unser Appetit auf Sushi aus Original-Zutaten geschmälert wird. Das Aufbegehren der Völker in Nord-Afrika und in der Levante könnte unsere Urlaubsplanung stören… Und sonst? Alles in Butter auf dem Kutter? Auch wenn vom Ausguck immer wieder „Aufschwung voraus!” verkündet wird, ist die Einschätzung der Lage in Deutschland auch von der persönlichen Verortung in dieser Gesellschaft abhängig:
Unsere „BR Teutonic“ hat schon vor Jahrzehnten den „Schuldenberg“ gerammt und dümpelt mit immer größerer Schlagseite im „Ozean des Zinswahns“ vor sich hin – in den unteren Decks steht den Menschen das Wasser längst bis zum Hals, während in der Ersten Klasse noch fröhlich gefeiert wird und hochbezahlter Dudelfunk Frohsinn verbreitet. (more…)

17. März 2011

Japan: Grauenhafte und strahlende Gemengelagen in Parallelwelten

Filed under: Aktuelles,Politik & Gesellschaft — Schlagwörter: , , , , , — dp @ 23:07

Anmerkungen zur Wahrnehmung einer Katastrophe historischen Ausmaßes von Chefredakteur Dirk Pinnow

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 17.03.2011] Japan – Leben und Leiden in der Endlosschleife… Blickt man sich dieser Tage in den deutschen und internationalen Medien in der Erwartung um, wenigstens ansatzweise ein klares Gesamtbild der gegenwärtigen katastrophalen Lage in Japan zu erhalten, so wird jedoch eine dissonante Collage angeboten. Fast möchte es scheinen, dass wir es mit zwei oder gar mehr Gemengelagen in voneinander separierten „Parallelwelten“ zu tun haben.
Bei solch fürchterlichen Vorfällen überschlagen sich die der Sensationsgeilheit huldigenden Medien sonst immer mit der Meldung der Opferzahlen – ganz so, als würde es um die Abstimmung bei einem Schlagerwettbewerb oder „Beauty Contest“ gehen. Diesmal ist bisher weitgehende Zurückhaltung zu bemerken, entsteht fast der Eindruck, die Zahlen lieber nach unten „abrunden“ zu wollen. So werden nach offiziellen Angaben derzeit noch über 8.600 Menschen vermisst [1]. Angesichts der Satellitenbilder der vom Tsunami am stärksten betroffenen Gebiete – die in grauenvoller Weise an die Bilder aus Hiroshima nach dem Kernwaffeneinsatz 1945 erinnern – besteht wohl kaum noch Hoffnung, viele von ihnen lebend aufzufinden. (more…)



 

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