Finanzchef der kommunistischen Partei in Nordkorea drakonisch bestraft
Der frühere Finanzchef der kommunistischen Partei in Nordkorea sei einem Medienbericht zufolge wegen der fehlgeschlagenen Währungsreform in dem Land hingerichtet worden, meldete SPIEGEL ONLINE am 18.03.2010:
Der abgeschottete kommunistische Staat hätte im November 2009 eine Währungsreform durchgeführt, um damit die Inflation und die aufkeimende Marktwirtschaft unter Kontrolle zu bringen. (weiterlesen…)
Ökonomenstreit über inflationäre bzw. deflationäre Bedrohung hält an
Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt/Main trage ein ernstes Vermächtnis mit sich herum – die Erinnerung an Jahre in Deutschland, in denen das Geld rapide seinen Wert verlor. An die Superinflation der 1920er-Jahre, als man Reichsmarkbündel bloß noch auf die Waage gelegt hätte, statt sie zu zählen. An die nationalen Traumata von 1923 und 1948, als sich unser Geld „in Luft“ aufgelöst hätte, schrieb die ZEIT ONLINE am 15.03.2010:
Die Bundesbank, jahrzehntelang die Wächterin über die D-Mark und heute die konservativste Stimme im Kreis der Euro-Aufseher, verstehe in diesem Punkt keinen Spaß. (weiterlesen…)
Hedgefonds-Manager James Chanos: Tausendmal Dubai wäre die Folge
Noch wiegelten die Behörden ab – der Preisschub im Februar 2010 sei auf das chinesische Neujahrsfest und den schweren Schneefall zurückzuführen, so ein Sprecher des Nationalen Statistikbüros. Die Behörde habe auf besorgte Nachfragen reagiert, wonach die chinesische Inflation im Februar 2010 mit 2,7 Prozent auf ein 16-Monatshoch gestiegen sei, berichtete SPIEGEL ONLINE am 11.03.2010:
Doch wirklich ausräumen habe der Sprecher die Sorgen nicht konnen. Denn auch in diesem Monat hätten sich erneut die Immobilienpreise als Preistreiber erwiesen – trotz der Bemühungen der chinesischen Regierung, den Boom abzukühlen.
Schon seit längerer Zeit warnten Experten vor einem Platzen der Immobilienblase. Der Hedgefonds-Manager James Chanos, der lange vor der Wall Street den groß angelegten Betrug bei der Pleitefirma Enron erkannt hätte, sehe die Volksrepublik kurz vor dem Abgrund (weiterlesen…)
AAA-Rating in Gefahr
Die Aufmerksamkeit der Märkte richte sich plötzlich auf Großbritannien – das Pfund sei stark unter Druck, das Königreich habe hohe Schulden und riesige strukturelle Probleme. Die Renditen für Staatsanleihen schnellten bereits nach oben – Ende März 2010 schlage für Großbritannien die “Stunde der Wahrheit”.
Griechenland stelle mit einer Kreditlast von 125 Prozent der Wirtschaftsleistung zwar ein Extrem dar. Doch auch die Verschuldung der meisten anderen Euro-Länder habe längst ein gefährliches Niveau erreicht, berichtete die WELT ONLINE am 07.03.2010:
Deutschland werde 2010 Jahr mit rund zwei Billionen Euro “in der Kreide” stehen, das entspreche mehr als 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts [http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt]. Dabei gelte die Bundesrepublik trotz der Rekordneuverschuldung noch immer als der solideste Industriestaat.
Was von Großbritannien niemand behaupten dürfte – von den etablierten Wirtschaftsnationen habe das Vereinigte Königreich die größten strukturellen Probleme, sage Ian MacFarlane, Analyst bei “BCA Research”. MacFarlane erinnere daran, dass London, als es 1976 einen Notkredit des Internationalen Währungsfonds [http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_W%C3%A4hrungsfonds] in Anspruch habe nehmen müssen, ein Budgetdefizit von sieben Prozent der Wirtschaftkraft aufgewiesen habe. Heute klaffe ein fast doppelt so großes Loch im britischen Staatshaushalt. Die Gesamtverschuldung liege bei rund 460 Prozent der Wirtschaftskraft – und der Schuldenberg wachse weiter rasant.
Auch dass die Inflation auf der Insel höher sei als in der übrigen Alten Welt und dass das Dreifach-A-Rating in Gefahr sei, verbessere die Langfristperspektive für Bond-Besitzer nicht gerade. Spätestens nach Auslaufen der Quantitativen Lockerung [http://de.wikipedia.org/wiki/Quantitative_Lockerung] Ende März 2010 könnte es mit den Kursen bergab und mit der Rendite nach oben gehen.
Quelle: WELT ONLINE, 07.03.2010
Originalartikel unter: Staatsanleihen / Nun droht auch Großbritannien ein Kurs-Massaker
Weitere Informationen zum Thema:
Magazin.Am-Finanzplatz.de, 02.03.2010
Finanzmärkte: Nach dem Euro nun auch das Pfund massiv unter Druck / EU-Kommission rechnet mit britischem Defizit von 12,9 Prozent der Wirtschaftsleistung
Warnung vor grob fahrlässigen und schädlichen Diskussionen
Inflation sei kein verantwortbarer Weg zur Entschuldung. Zum Schuldenabbau müsse die Finanzpolitik selbst auf den Konsolidierungspfad einschwenken, und das nicht nur in Griechenland. Dies gelte umso mehr, als Geldpolitik und Finanzpolitik einander beeinflussten, so
Bundesbankpräsident Axel Weber. Den Vorschlag des IWF-Chefökonomen Olivier Blanchard, mehr Inflation zuzulassen, halte Weber deshalb für “grob fahrlässig und schädlich”, berichtete die wiwo.de am 06.03.2010:
Schon der frühere Bundesbankpräsident Otmar Emminger habe über die Inflation gesagt – wenn man mit ihr flirte, werde man schließlich von ihr (weiterlesen…)
US-Ökonomen befürworten Abbau der Staatsschulden durch Geldentwertung
Sie zündelten wieder, spielten mit dem Geld der Völker; bislang nur gedanklich, aber demnächst wohl auch faktisch. Die Abkehr vom Paradigma des stabilen Geldes sei offensichtlich, schrieb Henrik Müller für die Rubrik „Müllers Welt“ im manager magazin, erschienen in der Online-Ausgabe am 01.03.2010:
Der Internationale Währungsfonds (IWF) bringe ein Inflationsziel von vier Prozent ins Gespräch. (weiterlesen…)
Sorge vor Reduzierung der US-Schuldenlasten durch gezielte Inflation
Führende Ökonomen rüttelten am letzten Tabu, das ihnen nach der Finanzkrise noch geblieben sei – dass Inflation schädlich sei und ein stabiler Geldwert deshalb oberstes Ziel der Notenbanken sein müsse. Diesen Konsens der letzten 30 Jahre habe nicht ein Rebell der Zunft in Zweifel gezogen, sondern einer der großen Meinungsmacher – Olivier Blanchard, der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), berichtete DiePresse.com am 25.02.2010:
Nicht mehr um zwei Prozent, wie bisher allseits anerkannt, solle der Geldwert pro Jahr schrumpfen dürfen, sondern um vier Prozent, so seine Empfehlung. Damit hätten Zentralbanken mehr (weiterlesen…)
„Royal Mint“ prägte 2009 mehr als doppelt so viele Goldmünzen wie im Vorjahreszeitraum
Da immer mehr Anleger das gelbe Edelmetall physisch erwerben wollten, habe die „Royal Mint“ 2009 mehr als doppelt so viele Goldmünzen geprägt wie im Vorjahreszeitraum, berichtete die Schweizer cash am 02.02.2010:
Die Produktion sei auf 125.469 Unzen gestiegen. 2008 seien nur 46.315 Unzen Gold zu Münzen geprägt worden.
Der Goldpreis lege seit neun Jahren immer weiter zu. Die Leute fürchteten eine Entwertung der Währungen, das bringe Schub fürs Gold, sage Analyst Andy Davidson von „Numis Securities“. (weiterlesen…)
Krisenbekämpfung durch Unmengen billigen Geldes hat ihren Preis
In Fernost lasse sich schon mal beobachten, was die Bekämpfung der Krise mit Unsummen leichten Geldes anrichte. China habe für das vierte Quartal 2009 ein fast sensationelles Wirtschaftswachstum von 10,7 Prozent ausgewiesen – dieser Boom habe die die Märkte aber kalt gelassen, berichtete FOCUS MONEY ONLINE am 26.01.2010:
Dahinter steckten Inflationsängste – denn im Reich der Mitte zeigten sich allmählich die Kosten der Krisenbekämpfung durch Unmengen billigen Geldes. (weiterlesen…)
Staatsverschuldung weltweit in bislang unvorstellbarem Maße ausgeweitet
Gut ein Viertel der Bundesausgaben 2010 wolle Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble über neue Kredite finanzieren. Der Bundestag müss den Etat zwar noch offiziell genehmigen, doch an der Rekordverschuldung dürfte die Mehrheit aus Union und FDP nicht rütteln. Denn ohne die zusätzlichen Kredite über 86 Milliarden Euro müssten die Parlamentarier die Steuern erhöhen oder die gesetzliche Rente um fast 30 Prozent kürzen, schrieb FOCUS-Korrespondent Frank Thewes in seiner Kolumne “THEWES RECHNET AB” auf FOCUS MONEY ONLINE am 14.01.2010:
Auch viele andere Länder hätten ihre Staatsverschuldung in bislang unvorstellbarem Maße ausgeweitet. (weiterlesen…)