2. August 2010

Wirtschaftsgeschichte: Die dunkle Seite der Industriellen Revolution

Die Arbeit von Kindersklaven hat Großbritannien zur ersten modernen Wirtschaftsmacht der Welt gemacht

Jane Humphries habe Hunderte von statistischen Quellen aus 600 Autobiographien ausgewertet – und dabei eine Entdeckung gemacht, welche die bisherige Geschichtsschreibung auf den Kopf stelle. Kinderarbeit sei demnach weitaus wichtiger für die Industrielle Revolution gewesen als bislang angenommen. Anfang des 19. Jahrhunderts hätten in Großbritannien über eine Million Kinder in Fabriken geschuftet hätten, so die Professorin der Elite-Universität Oxford – 15 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung, schrieb Stefan Eiselin für die bazonline.ch am 02.08.2010:
Damals sei Großbritannien gerade zur ersten modernen Wirtschaftsmacht der Welt herangewachsen. Vor allem an Wasserläufen auf dem Land seien neue Fabriken aus dem Boden geschossen; (weiterlesen…)

6. Juni 2010

Rekorddefizit in Großbritannien: Jahre des Leidens angekündigt

Neue Regierung will in schwieriger Zeit die Bürger an ihrer Seite wissen

Sie hätten es mit einer „enormen Schuldenlast“ zu tun, so der britische Premierminister David Cameron in einem Interview mit der Sunday Times, und er habe die Briten auf Jahre des „Leidens“ eingestimmt, meldete der FOCUS ONLINE am 06.06.2010:
Auf wirtschaftliches Wachstum zu warten und zu hoffen, dass so die Schuldenlast verschwinde, sei „keine Lösung“. (weiterlesen…)

7. März 2010

Großbritannien: Gesamtverschuldung bei rund 460 Prozent der Wirtschaftskraft

AAA-Rating in Gefahr

Die Aufmerksamkeit der Märkte richte sich plötzlich auf Großbritannien – das Pfund sei stark unter Druck, das Königreich habe hohe Schulden und riesige strukturelle Probleme. Die Renditen für Staatsanleihen schnellten bereits nach oben – Ende März 2010 schlage für Großbritannien die “Stunde der Wahrheit”.

Griechenland stelle mit einer Kreditlast von 125 Prozent der Wirtschaftsleistung zwar ein Extrem dar. Doch auch die Verschuldung der meisten anderen Euro-Länder habe längst ein gefährliches Niveau erreicht, berichtete die WELT ONLINE am 07.03.2010:
Deutschland werde 2010 Jahr mit rund zwei Billionen Euro “in der Kreide” stehen, das entspreche mehr als 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts [http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt]. Dabei gelte die Bundesrepublik trotz der Rekordneuverschuldung noch immer als der solideste Industriestaat.
Was von Großbritannien niemand behaupten dürfte – von den etablierten Wirtschaftsnationen habe das Vereinigte Königreich die größten strukturellen Probleme, sage Ian MacFarlane, Analyst bei “BCA Research”. MacFarlane erinnere daran, dass London, als es 1976 einen Notkredit des Internationalen Währungsfonds [http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_W%C3%A4hrungsfonds] in Anspruch habe nehmen müssen, ein Budgetdefizit von sieben Prozent der Wirtschaftkraft aufgewiesen habe. Heute klaffe ein fast doppelt so großes Loch im britischen Staatshaushalt. Die Gesamtverschuldung liege bei rund 460 Prozent der Wirtschaftskraft – und der Schuldenberg wachse weiter rasant.
Auch dass die Inflation auf der Insel höher sei als in der übrigen Alten Welt und dass das Dreifach-A-Rating in Gefahr sei, verbessere die Langfristperspektive für Bond-Besitzer nicht gerade. Spätestens nach Auslaufen der Quantitativen Lockerung [http://de.wikipedia.org/wiki/Quantitative_Lockerung] Ende März 2010 könnte es mit den Kursen bergab und mit der Rendite nach oben gehen.

Quelle: WELT ONLINE, 07.03.2010
Originalartikel unter: Staatsanleihen / Nun droht auch Großbritannien ein Kurs-Massaker

Weitere Informationen zum Thema:

Magazin.Am-Finanzplatz.de, 02.03.2010
Finanzmärkte: Nach dem Euro nun auch das Pfund massiv unter Druck / EU-Kommission rechnet mit britischem Defizit von 12,9 Prozent der Wirtschaftsleistung

Mehrheitliche Ablehnung des Icesave-Gesetzes durch Islands Bürger

Klares Ergebnis bei Referendum über Entschädigungszahlungen an Großbritannien und die Niederlande

Eindeutiges Votum gegen die Politik – die Isländer hätten in einem Referendum Entschädigungszahlungen an Großbritannien und die Niederlande abgelehnt, berichtete SPIEGEL ONLINE am 07.03.2010:
Nach Auszählung der Hälfte der Stimmzettel votierten 93,6 Prozent der Wähler gegen das Gesetz, nur 1,6 Prozent stimmten dafür.
Die isländische Regierung habe erklärt, dass sie den Sieg des „Nein“-Lagers anerkenne. (weiterlesen…)

6. März 2010

Referendum in Island: Umfragen sagen Ablehnung des Icesave-Gesetzes voraus

Niederlande und Großbritannien machen Isländer für 3,8 Milliarden Euro haftbar

Das Volk lasse sich nicht mehr ruhig stellen – die Isländer seien wütend. Viele hätten durch die Finanzkrise Hab und Gut verloren, berichtete SPIEGEL ONLINE am 06.03.2010:
Das Icesave-Gesetz sei ein mühsam verhandeltes Abkommen zwischen Island, den Niederlanden und Großbritannien. Es mache die ohnehin stark gebeutelten Bürger haftbar für 3,8 Milliarden Euro, die verantwortungslose isländische Bankiers arglosen Sparern im Ausland abgenommen hätten. (weiterlesen…)

4. März 2010

Unsicherheit über Ausgang der Wahlen zum Britischen Unterhaus schwächt das Pfund

Bei einem Patt im Parlament könnte der politische Willen zu einem harten Sparkurs fehlen

Mit einiger Schadenfreude hätten Briten in den vergangenen Monaten gen Süden geblickt. Die finanziellen Probleme der „PIGS“-Staaten Portugal, Italien, Griechenland und Spanien hätten sie in ihrer Meinung bestätigt, dass es richtig gewesen sei, dem Euro fernzubleiben. Dabei stehe es um die britische Wirtschaft selbst alles andere als gut – nach dem Euro hätten Spekulanten nun auch das Britische Pfund ins Visier genommen und den Briten gezeigt, wie verwundbar die eigene Währung sei, berichtete SPIEGEL ONLINE am 04.03.2010:
Anfang der Woche sei das Pfund auf ein Zehnmonatstief von 1,4781 US-Dollar gerutscht. (weiterlesen…)

3. März 2010

Großbritannien: Inflation keine Lösung zur Entschuldung

Explodierende Staatsfinanzen während des Wirtschaftsbooms rächen sich

Das Britische Pfund stehe unter Druck, weil die Finanzmärkte sich große Sorgen um die explodierenden Staatsfinanzen Großbritanniens machten. Die Ursache dafür sehe Professor Clemens Fuest in einer unvergleichlichen Erhöhung der Ausgaben seit Ende der 1990er-Jahre. Die Briten müssten nun ein einmaliges Sparprogramm auflegen, sage Fuest in einem Gespräch mit Anja Ettel und Martin Greive für die WELT ONLINE, publiziert am 03.03.2010:
Der Großteil der Briten mache sich Sorgen um den Euroraum. Denn wenn er in wirtschaftliche Turbulenzen gerate, treffe dies auch Großbritannien sehr stark. (weiterlesen…)

2. März 2010

Finanzmärkte: Nach dem Euro nun auch das Pfund massiv unter Druck

EU-Kommission rechnet mit britischem Defizit von 12,9 Prozent der Wirtschaftsleistung

Die Sorge vor wachsenden Staatsschulden in Europa führe zu immer größeren Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten. Nachdem die Spekulanten in den vergangenen Tagen auf eine Staatspleite in Griechenland und einen Verfall des Euro gewettet hätten, gerate auch das Britische Pfund massiv unter Druck, berichtete die sueddeutsche.de am 01.03.2010:
Die Anleger fürchteten offenbar, dass auch Großbritannien wegen seiner hohen Neuverschuldung Probleme bekommen könnte. (weiterlesen…)

27. Februar 2010

Royal Bank of Scotland: 3,6 Milliarden Britische Pfund Nettoverlust 2009

Abschreibungen auf „Ramschpapiere“ und „faule Kredite“

Die fast komplett verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) bleibe wegen hoher Abschreibungen auf „faule Kredite“ tief in den Roten Zahlen. Der Nettoverlust habe sich 2009 nach eigenen Angaben auf (weiterlesen…)

24. Februar 2010

Experten erwarten deutliche Abwertung des Britischen Pfunds

Das gleiche Drama wie in Griechenland prognostiziert

Nach Ansicht von Klaus Kaldemorgen, Chef der Fondsgesellschaft und Deutsche-Bank-Tochter DWS, seien Investoren derzeit zunehmend negativ gegenüber Großbritannien eingestellt. Dort werde in den nächsten Monaten das gleiche Drama passieren wie in Griechenland, sage er im Rahmen seiner Aktienmarktprognose für das laufende Jahr 2010 voraus. Er erwarte daher auch eine deutliche Abwertung des Britischen Pfunds, berichtete die WELT ONLINE am 24.02.2010:
In Großbritannien sei die Lage des Staatshaushaltes objektiv betrachtet mindestens ebenso dramatisch oder sogar noch schlimmer als in Griechenland. (weiterlesen…)

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