Wiederholung der Finanzkrise soll verhindert werden
Schwere Zeiten für die Finanzindustrie – US-Präsident Barack Obama wolle den Banken Zügel anlegen, um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. Ziel sei es, Banken nicht mehr so groß werden zu lassen, dass der Staat sie in einer Krise unbedingt retten müsse; nie mehr dürfe der US-Steuerzahler zur „Geisel einer Bank“ werden, die durch ihren Kollaps die gesamte Wirtschaft mit sich reißen könne, berichtete SPIEGEL ONLINE am 21.01.2010:
Zum einen solle die Größe der Banken begrenzt, zum anderen das Ausmaß ihrer risikoreichen Geschäfte eingeschränkt werden. Im Kern strebe er an, das Investmentbanking stärker von den restlichen Geschäften zu trennen, damit Profitstreben weniger als bisher zu riskantem Verhalten ansporne.
Den Banken sollte nicht erlaubt werden, dass sie sich zu weit von ihrer zentralen Aufgabe entfernten, nämlich ihre Kunden zu bedienen. In den vergangenen Jahren hätten zu viele Finanzinstitute das Geld der Steuerzahler risikoreich eingesetzt. Nach wie vor operierten die Banken nach Regeln, die zum Kollaps des Finanzsektors geführt hätten, so Obamas Kritik.
Der Präsident wolle, dass Banken unter anderem künftig keine Hedgefonds oder Aktienfonds, die nicht den Kunden dienten, besäßen oder in solche Fonds investieren dürften. Wenn die Banken von dem Sicherheitsnetz profitierten, das die Steuerzahler ihnen gäben, sei es nicht angemessen, wenn sie dieses günstige Geld nähmen, um damit Profit zu machen.
Die angekündigten Maßregelungen müssten allerdings erst noch vom Kongress gebilligt werden. Obama habe eingeräumt, dass er starken Widerstand von den Abgeordneten und von Lobbyistenverbänden erwarte. Er habe sich bereit für die Kraftprobe gezeigt – wenn „diese Leute“ einen „Kampf“ wollten, dann könnten sie ihn mit ihm haben.
Quelle: SPIEGEL ONLINE, 21.01.2010
Originalartikel unter: Lehren aus Finanzkrise / Obama will Banken verzwergen