9. bis 11. April 2010 in der Volksbühne Berlin
Dieser Tage habe Angela Merkel eine Vorladung zu einem Gerichtstermin erhalten – als Angeklagte. „Wir rechnen mit Ihrem Erscheinen zum Verhandlungsbeginn am Samstag, 10. April“, heiße es in rauem Ton in dem Brief, der Merkel (CDU) erkläre, sie sei „als verantwortliche Regierungschefin“ angeklagt, eine der Schuldigen für die derzeitige Finanzkrise zu sein. Ein Tribunal in Berlin werde die „Rolle der Regierungen bei der sich abzeichnenden Verschärfung der Krise“ untersuchen, berichtete die FR-online.de am 18.03.2010:
Gestern sei nun die dazugehörige Anklageschrift gefolgt, die neben Merkel auch weitere große Namen nenne – u.a. Altkanzler Gerhard Schröder. (weiterlesen…)
Finanzchef der kommunistischen Partei in Nordkorea drakonisch bestraft
Der frühere Finanzchef der kommunistischen Partei in Nordkorea sei einem Medienbericht zufolge wegen der fehlgeschlagenen Währungsreform in dem Land hingerichtet worden, meldete SPIEGEL ONLINE am 18.03.2010:
Der abgeschottete kommunistische Staat hätte im November 2009 eine Währungsreform durchgeführt, um damit die Inflation und die aufkeimende Marktwirtschaft unter Kontrolle zu bringen. (weiterlesen…)
In Deutschland bleibt bisher nur „Bundeswertpapiere“ zu kaufen
Giorgos Papakonstantinou rufe seine Landsleute neuerdings zu Spenden auf, um auf diese Weise das ausufernde Staatsdefizit zu verringern. Dazu habe er bei der Zentralbank ein Spendenkonto einrichten lassen, genannt „Solidaritätskonto für die Rückzahlung der öffentlichen Schulden“. Seit einigen Tagen könnten die Bürger hierüber ihrem Staat Geld spenden, um ihn vor dem endgültigen Bankrott zu bewahren, schrieb Frank Stocker für die WELT ONLINE am 17.03.2010:
Das Geld könne per Überweisung oder aber auch in bar bei einer der Zweigstellen der griechischen Zentralbank eingezahlt werden. (weiterlesen…)
Die Hälfte wird für die Zinsen der Altschulden benötigt
„Droht uns das gleiche Schicksal wie den Pleite-Griechen?“ fragt die Bild.de am 16.03.2010 und führt aus, dass Deutschland mehr als fünfmal so viel Schulden habe, nämlich 1,69 Billionen Euro; die Griechen „nur“ 300 Milliarden Euro. Die nackten Zahlen aus Deutschland seien beängstigend:
Allein der Bund habe Schulden von rund einer Billion Euro. Zwischen 2009 und 2013 seien 310 Milliarden Euro neue Schulden eingeplant. (weiterlesen…)
PHOENIX-Reportage über die einst reichste Stadt Deutschlands
Einst habe Sindelfingen als reichste Stadt Deutschlands gegolten – Zebrastreifen aus Marmor, ein Glaspalast für die Sportler, ein auf Wachstum ausgerichtetes klotziges Rathaus. Das alles und noch viel mehr habe sich die Stadt leisten können, als noch die Millionen der Gewerbesteuer geflossen seien, schrieb PHOENIX in einer Programmankündigung im März 2010:
Sindelfingen hänge am Tropf seiner großen Autofirma – reich geworden durch Daimler, arm geworden durch Daimler. (weiterlesen…)
Ökonomenstreit über inflationäre bzw. deflationäre Bedrohung hält an
Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt/Main trage ein ernstes Vermächtnis mit sich herum – die Erinnerung an Jahre in Deutschland, in denen das Geld rapide seinen Wert verlor. An die Superinflation der 1920er-Jahre, als man Reichsmarkbündel bloß noch auf die Waage gelegt hätte, statt sie zu zählen. An die nationalen Traumata von 1923 und 1948, als sich unser Geld „in Luft“ aufgelöst hätte, schrieb die ZEIT ONLINE am 15.03.2010:
Die Bundesbank, jahrzehntelang die Wächterin über die D-Mark und heute die konservativste Stimme im Kreis der Euro-Aufseher, verstehe in diesem Punkt keinen Spaß. (weiterlesen…)
Allein der Bundesbank-Vorstand darf über Verwendung der Goldreserven entscheiden
Die Bundesbank habe angekündigt, sich gegen eine Verwendung ihrer Goldreserven für Rettungsaktionen zugunsten hoch verschuldeter Euro-Länder zu wehren, meldete die WELT ONLINE am 13.03.2010:
Das Bundesfinanzministerium erwäge laut FOCUS, die Goldbestände der Notenbanken aller Euro-Länder „buchhalterisch“ in einen Stabilisierungsfonds einzubringen.
Sollten sich diese Pläne bestätigen, würden sie „auf den entschiedenen Widerstand der Bundesbank stoßen“, so ein Sprecher der Bundesbank dazu der Welt am Sonntag. (weiterlesen…)
Rund 100 Jobcenter könnten in der zweiten Jahreshälfte 2010 finanziell nicht mehr handlungsfähig sein
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) warne wegen drohender Sparmaßnahmen vor einer Verschärfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hätte für 900 Millionen Euro eine Etatsperre erlassen – damit stünden 2010 für das „Fördern und Aktivieren“ von Menschen ohne Arbeit statt der geplanten 2,8 Milliarden Euro nur knapp 1,5 Milliarden zur Verfügung, heißt es in einem BA-Papier, aus dem die Frankfurter Rundschau zitiert habe, meldete N24 am 12.03.2010:
Mit dem Abbau von Eingliederungs- und Weiterbildungs-Maßnahmen drohe nach BA-Einschätzung, dass die Zahl der Arbeitslosen und Hartz-IV-Bezieher weiter steige. (weiterlesen…)
Missbrauch von Repo-Geschäften
Der „Wirtschaftskrimi“ um Lehman Brothers gehe in eine neue Runde – einem umfassenden Prüfbericht zufolge sei die US-Investmentbank bereits Wochen vor ihrem Kollaps im September 2008 zahlungsunfähig gewesen. Doch das Wall-Street-Institut habe seine Probleme mit Bilanztricks kaschiert und so Anleger, Geschäftspartner und Aufsichtsbehörden in die Irre geführt, berichtete SPIEGEL ONLINE am 12.03.2010:
Zu diesem Ergebnis komme ein 2.200 Seiten starker Untersuchungsbericht. Er sei im Februar 2010 fertiggestellt und nun am 11. März 2010 vom zuständigen Insolvenzrichter für die Öffentlichkeit freigegeben worden.
Chef-Ermittler Anton Valukas schreibe in dem Papier, dass die Investmentbanker mit geschickten Buchungen einen Teil der Risiken aus den Büchern habe verschwinden lassen. „Lehman“ hätte den Großteil des eigenen Geldes in langfristige Anlagen gesteckt. (weiterlesen…)
Trotz massiver Geschäftseinbrüche sind Bezüge der Spitzenmanager im Durchschnitt nur leicht gesunken
Deutschlands Konzernbosse dürften sich über Millionengehälter freuen. Trotz der massiven Geschäftseinbrüche seien die Bezüge der Spitzenmanager 2009 – laut einem Bericht im Handelsblatt – im Durchschnitt nur leicht gesunken. 2008 hätte jeder der 30 DAX-Chefs im Schnitt noch eine Million Euro Jahreseinkommen eingebüßt. Im aktuellen Ranking seien nur 18 Vorstandsvorsitzende aufgeführt, für die restlichen zwölf fehlten noch (weiterlesen…)