31. März 2011

Fünf Euro pro Überweisung unzulässig: Urteil des OLG Frankfurt gegen Commerzbank rechtskräftig

verbraucherzentrale Hamburg rät betroffenen Kunden, die Rückzahlung einzufordern

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 31.03.2011] Die Commerzbank dürfe Kunden mit überzogenem Dispositionskredit nicht zusätzlich zu den Zinsen noch fünf Euro pro Verfügung berechnen, so das Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt/Main (OLG) nach Klage der verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) am 4. August 2010. Jetzt wurde das Urteil rechtskräftig und gewinnt dadurch Bedeutung für die gesamte Bankenbranche:
Dies sei ein großer Erfolg für alle Bankkunden, besonders für Menschen mit Schulden, so vzhh-Geschäftsführer Günter Hörmann. Das OLG hatte die Revision nicht zugelassen. Nachdem die Commerzbank das zunächst eingelegte Rechtsmittel der Nichtzulassungsbeschwerde zurückgenommen hat, ist jetzt die Rechtskraft des Urteils eingetreten.
Wer den eingeräumten Dispositionskredit überzieht, bekomme nach Beobachtung der vzhh zumeist nicht sofort eine Kreditkündigung. Vielmehr werde eine weitere Überziehung „geduldet“. Der Zinssatz für diese „geduldete Überziehung“ sei besonders hoch, bei der Commerzbank liege er zurzeit bei stolzen 18,74 Prozent pro Jahr und damit im Spitzenfeld. Das Geldhaus habe darüber hinaus noch ein Entgelt für vom Kunden veranlasste Verfügungen in Höhe von fünf Euro pro Posten verlangt. (more…)

30. März 2011

Finanzberater, Makler und Baubranche: Spiel mit den Sorgen der Verbraucher vor Geldentwertung, Euro- und Schuldenkrise

verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisiert Immobilienfinanzierungen, die am Bedarf der Verbraucher vorbeigehen

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 30.03.2011] Finanzberater verkauften Immobilienfinanzierungen am Bedarf der Verbraucher vorbei, so das Ergebnis einer Analyse der verbraucherzentrale Baden-Württemberg von 397 Immobilienfinanzierungsverträgen:
Diese Finanzierungsangebote seien ihr von 233 Verbrauchern vorgelegt worden. 71 Prozent der Angebote passten nicht zum Bedarf der Verbraucher. Die beobachteten Mängel in Beratungen zur Eigenheimfinanzierung hätten sie bei allen Vertriebsformen festgestellt, kritisiert Niels Nauhauser von der verbraucherzentrale Baden-Württemberg die Praxis der Finanzberater von Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Finanzvertrieben.
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Kleine und mittlere Unternehmensberatungen oft nicht ausreichend vor Haftungsansprüchen geschützt

Spezialversicherer Hiscox warnt vor Folgen kostspieliger Klagen der Auftraggeber

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 30.03.2011] Wie der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) jüngst mitgeteilt habe, sei 2010 für die Branche das beste Jahr aller Zeiten gewesen. Der Gesamtumsatz habe bei 19 Milliarden Euro gelegen – ein Plus von 6,9 Prozent. Für 2011 sagten Prognosen noch höhere Wachstumsraten voraus. Demgegenüber würden aber auch wachsende Risiken stehen, so der Spezialversicherer Hiscox. Berater würden zunehmend mit oft kostspieligen Klagen ihrer Auftraggeber konfrontiert. Während die Branchengrößen meist über eine Versicherung für solche Fälle verfügten, seien nach Schätzung von Hiscox-Experten etwa 70 Prozent der über 70.000 kleinen und mittleren Beratungen in Deutschland nicht adäquat geschützt:
Wenn Unternehmen hohe Summen in Consultants investieren, wollten sie dafür perfekt geschnürte Lösungen und schnelle Entscheidungen. Der daraus erwachsende Druck erhöhe das Risiko, dass trotz umfassender Fachkompetenz Fehler unterlaufen könnten, so Alexander Rudolph, „Underwriting Manager“ bei Hiscox. Seit der Finanzkrise stelle Hiscox einen wachsenden Trend fest, Berater für die Folgen vermeintlicher Fehlberatung in die Verantwortung zu nehmen. Oft reiche es bereits aus, wenn bei der Wettbewerbsanalyse kleine Details übersehen oder Zeitlimits überschritten werden. Resultieren daraus Umsatzausfälle oder unerwartete Kostensteigerungen, könnten Beratungen dafür haftbar gemacht werden. Besonders bei kleineren und mittleren Managementberatungen könne dadurch rasch die Existenz auf dem Spiel stehen.
Eine Haftpflichtpolice schütze vor den finanziellen Folgen möglicher Fehler. Die Versicherung übernehme laut Rudolph dabei nicht nur etwaige Schäden, sondern biete auch vollen Rechtsschutz und stehe im Falle einer Klage von Beginn an beratend und unterstützend zur Seite. (more…)

23. März 2011

Mittelalterliches Berliner Rathaus: Zeugnisse des städtischen Handelns als Erbe

Chefredakteur Dirk Pinnow zur Synergie aus mittelalterlicher Vergangenheit und Metropolendasein Berlins

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 23.03.2011] Bei archäologischen Bodenuntersuchungen im Kontext des Weiterbaus der U-Bahnlinie 5 in Berlin, vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor, wurden im Sommer 2010 die Reste des Alten Rathauses wiederentdeckt, darunter Überbleibsel der „Tuchhalle“. Die Gründung dieses Rathausstandortes an der Straßenkreuzung Spandauer Straße und Rathausstraße wird um das Jahr 1270 datiert. Dort fanden Ratssitzungen und Zusammenkünfte der Tuchmacher- und Kaufmannsgilde statt. Noch ist ungeklärt, wie mit diesem historischen Erbe umgegangen werden soll und wie umfangreich die Reste sind. Bedroht werden diese nun durch vermeintliche Entscheidungszwänge der Stadtplanung und des U-Bahn-Baus.
Durch die archäologische Grabungen im Zentrum Berlins ist die mittelalterliche Vergangenheit der Stadt sicht- und potenziell erfahrbar zu Tage getreten – rare Zeugnisse der einst lebendigen Stadtmitte, die nach Ansicht vieler engagierter Persönlichkeiten und Institutionen, die sich im Bürgerforum Historische Mitte Berlin zusammengefunden haben, sichtbar erhalten bleiben sollen. (more…)

21. März 2011

Krisenstimmung: 10 von 24 für Privatanleger wichtige offene Immobilienfonds geschlossen

Verbraucherzentrale und Institut für Finanzdienstleistungen haben Informationspapier für Betroffene erstellt

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 21.03.2011] Offene Immobilienfonds befinden sich in der Krise, denn laut der Verbraucherzentrale Hamburg e.V. (VZHH) seien von den 24 für Privatanleger wichtigsten Fonds zehn geschlossen, drei weitere befänden sich in Auflösung. Drei Millionen Anleger bangten demnach um ihr Geld. Die Verbraucherzentrale Hamburg und das Institut für Finanzdienstleistungen (iff) bieten jetzt ein Informationspapier zum Thema offene Immobilienfonds an:
Die einst als sichere Anlageform geltenden offenen Immobilienfonds steckten in der Krise – als im Jahr 2008 vorwiegend institutionelle Anleger in großem Stil ihr Geld abzogen, seien zahlreiche Fonds in Liquiditätsnot geraten und hätten die Anteilsrücknahme vorübergehend aussetzen müssen. Betroffene Anleger können sich nun über den aktuellen Status der wichtigsten offenen Immobilienfonds informieren. Das Informationspapier der Verbraucherzentrale und des iff bietet Verbrauchern ständig aktualisierte Angaben über die am Markt befindlichen Fonds. Neben einem allgemeinen Überblick sind Angaben zu den Preisabschlägen, die beim Verkauf von Anteilen an geschlossenen Fonds an der Börse hinzunehmen sind, enthalten. Ebenso werden die Gesetzesänderungen für einen besseren Schutz der Anleger und deren Folgen für die Anlageform beschrieben. (more…)

17. März 2011

Japan: Grauenhafte und strahlende Gemengelagen in Parallelwelten

Filed under: Aktuelles,Politik & Gesellschaft — Schlagwörter: , , , , , — dp @ 23:07

Anmerkungen zur Wahrnehmung einer Katastrophe historischen Ausmaßes von Chefredakteur Dirk Pinnow

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 17.03.2011] Japan – Leben und Leiden in der Endlosschleife… Blickt man sich dieser Tage in den deutschen und internationalen Medien in der Erwartung um, wenigstens ansatzweise ein klares Gesamtbild der gegenwärtigen katastrophalen Lage in Japan zu erhalten, so wird jedoch eine dissonante Collage angeboten. Fast möchte es scheinen, dass wir es mit zwei oder gar mehr Gemengelagen in voneinander separierten „Parallelwelten“ zu tun haben.
Bei solch fürchterlichen Vorfällen überschlagen sich die der Sensationsgeilheit huldigenden Medien sonst immer mit der Meldung der Opferzahlen – ganz so, als würde es um die Abstimmung bei einem Schlagerwettbewerb oder „Beauty Contest“ gehen. Diesmal ist bisher weitgehende Zurückhaltung zu bemerken, entsteht fast der Eindruck, die Zahlen lieber nach unten „abrunden“ zu wollen. So werden nach offiziellen Angaben derzeit noch über 8.600 Menschen vermisst [1]. Angesichts der Satellitenbilder der vom Tsunami am stärksten betroffenen Gebiete – die in grauenvoller Weise an die Bilder aus Hiroshima nach dem Kernwaffeneinsatz 1945 erinnern – besteht wohl kaum noch Hoffnung, viele von ihnen lebend aufzufinden. (more…)

15. März 2011

Kunst immer beliebter als Geldanlageform: Diebstahl wertvoller Werke als zunehmende Gefahr

Deckungssummen müssen von Zeit zu Zeit angepasst werden

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 15.03.2011] Der Diebstahl von Kunstwerken aus Museen, Privatsammlungen oder Firmenkollektionen ist nach Angaben des Spezialversicherers Hiscox ein immer stärker florierendes Geschäft. Demnach werden in Deutschland jeden Tag im Schnitt sieben Werke gestohlen – oft von organisierten Banden. Jährlich entstehe durch Kunstdiebstahl nach FBI-Schätzungen weltweit ein Schaden von acht Milliarden Euro. Hinzu kommen finanzielle Verluste für Kunstbesitzer durch Beschädigung – etwa beim Transport von Werken, bei der Restauration oder durch Feuer oder Hochwasser. (more…)

8. März 2011

Richtig versichert: verbraucherzentrale Hamburg bietet überarbeitete Ausgabe des Ratgebers an

Hilfe bei der Ermittlung des eigenen Versicherungsbedarfs

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 08.03.2011] Mehr als 2.000 Euro gebe jeder Deutsche – vom Baby bis zum Greis – pro Jahr für private Versicherungen aus. Doch verpulverten die Verbraucher eine Menge Geld für überflüssige oder zu teure Versicherungen, mahnt die verbraucherzentrale Hamburg (vzhh). Einige seien über-, andere unterversichert, wiederum andere Verbraucher hätten bei einer zu teuren Versicherungsgesellschaft unterschrieben. So koste der Abschluss falscher oder zu teurer Versicherungsverträge die Bundesbürger Jahr für Jahr Millionen Euro. Oft ahnten Verbraucher gar nichts von ihren Fehlern und Verlusten. Licht in den „Versicherungsdschungel“ soll jetzt der Ratgeber „Richtig versichert“ bringen:
Der völlig überarbeitete aktuelle Wegweiser informiert darüber, welche Versicherungen für wen in welchen Lebenssituationen wichtig und welche überflüssig sind. Zudem gibt das Buch Tipps und Ratschläge, wie man aus teuren oder überflüssigen Verträgen herauskommt, was man bei einem Wechsel zu einer günstigeren Versicherungsgesellschaft beachten muss und worauf es beim Neuabschluss ankommt. (more…)

5. März 2011

Ökonomisierung aller Lebensbereiche hemmt Fortschritt im Informations- und Dienstleistungszeitalter

Kultur und Soziales, Kunst, Bildung und Wissenschaft brauchen zur nachhaltigen Fortentwicklung Freiheit und Förderung

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 05.03.2011]Mit dem Erlöschen der Schlote in den einstigen Industriehochburgen hat sich auch das ehemalige Fortschritts-Symbol des „rauchenden Schornsteins” in die Geschichte
verabschiedet. Mehrere Wissenschaftler haben am Ende des 20. Jahrhunderts das Ende der Arbeit verkündet; so beschrieb etwa das 1995 auf Deutsch unter dem Titel „Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft” erschienene Buch von Jeremy Rifkin den durch Produktivitätsschübe verursachten epochalen Wandel des massiven Rückgangs der Erwerbstätigkeit im traditionellen industriellen Sektor – und die daraus resultierenden solzialen Folgen:
In Folge des Rückgangs der Bedeutung der materiellen Produktion in den Volkswirtschaften bleibt zwangsläufig nur die Entwicklung der IKT-gestützten Dienstleistungen als zentrale Wertschöpfungsquelle der näheren Zukunft.
Die Anzahl der international mobil agierenden Freiberufler, die ortsunabhängig über ihren Laptop z.B. Übersetzungsdienste anbieten, Konzepte erstellen oder Projekte planen und überwachen, dürfte noch zu gering sein, als das ein solches modernes Berufsbild Beispielcharakter bekommen könnte. (more…)



 

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