Rückgriff auf Auslesen des Magnetstreifens beim Jahr-2010-Problem
Mehr als 26 Millionen EC- und Kreditkarten seien derzeit nur eingeschränkt nutzbar. Lediglich die Maschinen, die noch den Magnetstreifen auslesen könnten – und damit eigentlich viel unsicherer seien – funktionierten noch problemlos, berichtete SPIEGEL ONLINE am 06.01.2010:
Ein Austausch der betroffenen Karten wäre schwierig, sage der Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Christian Achilles; das Ausmaß sei zu groß – bei den Sparkassen und Landesbanken seien allein rund 20 Millionen EC-Karten und 3,5 Millionen Kreditkarten betroffen. Der Austausch “würde sich über Monate hinziehen”, sage Achilles. Dem Plastikkartenhersteller Gemalto zufolge, der den Software-Fehler zu verantworten habe, könnte ein Austausch zudem einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.
Als Zwischenlösung seien bei den Sparkassen und Landesbanken derzeit alle 25.700 Geldautomaten so umgestellt worden, dass sie bei einer fehlerhaften Karte den Magnetstreifen anstelle des Chips ausläsen.
Ähnlich überlisteten viele Einzelhändler die fehlerhaften Karten – sie überklebten den Chip per Hand mit Klebeband. Dadurch griffen manche Bezahlterminals automatisch auf den Magnetstreifen zurück.
Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) warne aber wegen Haftungsfragen vor Karten-Manipulationen.
Quelle: SPIEGEL ONLINE, 06.01.2010
Originalartikel unter: Millionen Pannen-Kreditkarten / Tesafilm-Trick hebelt 2010-Fehler aus
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 06.01.2010
Jahr-2010-Fehler: Banken droht millionenschwere Umtauschaktion / Austausch von rund 30 Millionen Karten mit Chip-Fehler könnte dreistelligen Millionenbetrag kosten

