16. September 2009

Wenn Bankdaten gefälscht werden und ein IT-Mitarbeiter sein Gedächtnis verliert

FORGETTING DAD – Rick Minnichs Spurensuche zu den Hintergründen der Amnesie seines Vaters

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 16.09.2009] Rick Minnich stellt seinen sehr persönlichen Film „Forgetting Dad“ am 26. Oktober 2009 im Rahmen der „William-Dieterle-Filmpreisverleihung“ in Ludwigshafen vor:
Der Filmemacher ist der älteste Sohn von Richard Minnich. Am 21. Mai 1990 biegt dieser mit einem „Mini-Van“ auf den Parkplatz eines Shopping-Centers in Sacramento, Kalifornien ein, als plötzlich ein Auto von hinten auffährt. Richard steigt aus, besieht sich den Schaden und ist offensichtlich erleichtert, dass er sich in Grenzen hält. Schließlich fährt er mit seiner Frau weiter.
Sieben Tage später jedoch erwacht er in einem vermeintlich „fremden“ Bett neben einer Frau, die er „nie zuvor gesehen“ hat; im Spiegel fällt sein Blick auf ein Gesicht, das er zum ersten Mal in seinem Leben zu sehen glaubt. Innerhalb weniger Sekunden sind die ersten fünfundvierzig Lebensjahre dieses Mannes ausgelöscht worden – für immer!
Unterstützt von den Erinnerungen seiner großen „Patchworkfamilie“ und alten 8mm-Home-Videos hinterfragt Rick Minnich die Krankheit des Vaters wie auch die Verdächtigungen und Gerüchte, die schon bald nach dem Gedächtnisverlust aufkamen. Denn Richard hinterließ nicht nur alle Erinnerungen, sondern auch das Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmt – die Gutachter gehen von einem psychischen Schaden, einem Trauma, aus. Doch dafür benötigt es einen Grund…
Nach acht Monaten ohne Arbeit eröffnete sich Richard 1984 eine neue Perspektive – er wurde Chef der IT-Abteilung der „Farmers Savings Bank“ in Davis, einer kleinen Universitätsstadt im US-Bundesstaat Kalifornien. Richard arbeitete zwölf bis vierzehn Stunden am Tag. Doch dann gab es Schwierigkeiten. Im Mai 1985 wurde er gefeuert – für die Familie war es ein Schock und der finanzielle Ruin. Einen neuen Job konnte Richard nicht finden, offenbar wollte ihn keine Bank mehr beschäftigen – doch warum?
Ein früherer Kollege Richard Minnichs erzählt dessen Sohn Rick vor laufender Kamera, dass es eines Tages eine Anfrage der Hypothekenbank „Fannie Mae“ zu Krediten gegeben habe, die „Farmers“ ihr verkauft hätte. Er habe ein Programm geschrieben, um die Daten auf einem Magnetband abzugleichen. Normalerweise gebe es bei einer solchen Aktion immer ein paar Abweichungen aufgrund von Eingabefehlern, aber diesmal seien jede Menge Abweichungen aufgetreten: „Die Bilanzen waren verschieden, Adressen waren verschieden, Kontonummern waren verschieden“, erinnert sich der Zeuge. Als Minnich die Anweisung bekommen habe, die Daten von „Fannie Mae“ zu übernehmen, habe er sich geweigert. Kurz danach sei Richard entlassen worden, berichtet der Ex-Kollege.
Rick erfährt, dass sein Vater zum Zeitpunkt seines Unfalls 1990 Hauptbelastungszeuge im Ermittlungsverfahren gegen die Bank war. Und er stößt darauf, dass der ehemalige Vorstandschef der „Farmers“ im Juli 1986 unter ungeklärten Umständen ermordet wurde…

Weitere Informationen zum Thema:

HotDocsFest auf YouTube, 06.05.2009

Hoferichter & Jacobs GmbH
FORGETTING DAD / „Wenn dein Vater sich nicht mehr an dich erinnert, hört
er dann auf, dein Vater zu sein?“

„Forgetting Dad“ official film website
Welcome to the official “Forgetting Dad” website

SPIEGEL ONLINE, einestages
, 16.09.2009
Väter und Söhne / Der Mann, der sich vergaß

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