9. Dezember 2010

Warnsignal für die Verbraucher: Wenn das Große Geld in Realwerte geht

Finanzplaner Dietmar Wilberg hinterfragt das auf ständiges Wachstum setzende und auf Versprechen beruhende Geldsystem

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 09.12.2010] Am 7. Dezember 2010 lud die FINANZKANZLEI DIETMAR WILBERG zu ihrer Jahresabschlussveranstaltung 2010 in das Haus des Sozialverbandes Deutschland in Berlin ein:
Finanzplaner Dietmar Wilberg, MBA hatte seinen Vortrag unter das Motto „Finanzkrise überstanden – zurück zur Tagesordnung?“ gestellt und gab im Grunde bereits mit seinen einführenden Worten zur Situation Griechenlands implizit ein klares Nein als Antwort zu erkennen. Die Rating-Agentur Fitch habe die Bonität des Landes gerade von „A-“ auf „BBB+“ herabgestuft – dies sei der allerletzte „Investment Grade“.
Problematisch sei, dass institutionelle Anleger für die Altersvorsorge ihrer Kunden auch solche papiernen Versprechen nutzten. Bei der vermeintlichen Absicherung des Lebensabends basierten 85 Prozent auf ungedeckten Anleihen; nur fünf bis sieben Prozent seien tatsächlich mit Realwerten unterlegt. Nur zu über 50 Prozent abgezahlte Immobilien könne man großzügig noch – bedingt – mit zu den realen Werten zählen; am besten sei halt Volleigentum an jedweden physischen Werten.
Staatsanleihen, so Wilberg, seien eine Verschuldung zu Lasten kommender Generationen; aber nicht die Verschuldung per se sei das Hauptproblem, sondern vorrangig die geringe Produktivität in den sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien), die kaum die erforderliche Wertschöpfung zur Bedienung der Schulden in akzeptablen Zeiträumen erwarten lasse. Auf der anderen Seite gelte es zu erkennen, dass ein fortgesetztes Wachstum in einer begrenzten Welt destruktive Folgen haben müsse – die Zerstörung der Umwelt ermahne uns. Bedenke man, dass in Deutschland bereits jetzt durchschnittlich zwei Mobiltelefone pro Person anfielen und mehr als 500 PKW auf je 1.000 Menschen (vom Baby bis zum Greis) kämen, müsse man doch fragen, wo überhaupt noch ein vernünftiges Wachstum vorstellbar sei.
Der Geldmarkt stelle mithin die zentrale Gefahrenquelle dar. Er verwies auf den Artikel Anleihemärkte „Unbedingt raus – um jeden Preis“ in der ZEIT ONLINE vom 03.12.2010 – viele Anleger wollten sich komplett von den Papieren der Krisenstaaten trennen, fänden aber keinen Käufer, so dass am Ende nur noch die EZB als einziger Abnehmer verbleibe. Der legendäre US-amerikanische Investor Warren Buffett habe wohl nicht von ungefähr vor rund einem Monat einen Großteil seines Vermögens in eine komplette Eisenbahn-Gesellschaft überführt – statt Anleihen, also Papier, gelte es Realwerte zu kaufen.
Wenn in diesen kritischen Zeiten von „Rettung“ die Rede sei, so müsse man bedenken, dass in der Tat Banken und eben nicht Staaten gerettet würden – deutsche und französische Banken gehörten übrigens zu den größten Gläubigern der „PIIGS“. Beängstigend sei dabei geradezu die Tatsache, dass die Eigenkapitalquote deutscher Banken zum großen Teil nur um die drei Prozent liege. Da aber der Staat aus seinem Staatsvolk, seinen Bürgern, bestehe, würden im Falle einer Staatspleite eben diese mit ihrem Vermögen in die Haftung genommen werden.
Zwei Äußerungen eines Experten aus dem letzten Jahr sollten alle Verbraucher aufschrecken – so berichtete finanzen.net am 15.09.2009, dass der Barclays-Chefvolkswirt Thorsten Polleit die Ansicht vertreten habe, das Geldmonopol sorge systematisch für Krisen; zudem habe das Papiergeldsystem versagt, wie es u.a. bei wallstreet:online bereits am 26.02.2009 zu lesen war.
Man sollte darauf achten, welche Schritte das „Große Geld“ derzeit gehe – am 4. Dezember 2010 meldete z.B. „The Telegraph“ aus Großbritannien, dass die US-Investmentbank JP Morgan für rund 1,5 Milliarden US-Dollar mehr als die Hälfte des Kupfers der „London Metal Exchange“ erworben habe (JP Morgan revealed as mystery trader that bought £1bn-worth of copper on LME). Die Insider gäben also den Trend vor – raus aus den papiernen, ungedeckten Versprechen und hin zu physisch vorhandenen, quantitativ bewertbaren, d.h. realen Werten.

Dietmar Wilberg

© FINANZKANZLEI DIETMAR WILBERG

Finanzplaner Wilberg: Ständiges Wachstum in einer endlichen Welt führt zur Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen!

Martin Kühn, Geschäftsführer der Gold Silber Kontor GmbH, machte sich im Anschluss unter dem Motto „Gold und Silber – wohin geht die Reise?“ für das Silber stark – dieses sei eher noch als Gold auch ein begehrtes Industriemetall; die Jahresproduktion liege bei nur rund 20.000 Tonnen.
Aber egal, für welches Edelmetall man sich entscheide – es müsse 1. physisch vorhanden sein und 2. müsse man als Eigentümer auch einen persönlichen Zugriff darauf haben.
Eine Empfehlung für das persönliche Portfolio könnte lauten: Je ein Drittel Bargeld, Edelmetalle und sonstige Realwerte (z.B. Aktien im Sinne einer direkten Beteiligung an einem wertschöpfenden Unternehmen).

Weitere Informationen zum Thema:

Magazin.Am-Finanzplatz.de, 07.06.2010
Goldrausch – Das war nur ein Probedurchlauf / Dirk Pinnow für Magazin.am-Finanzplatz.de im Gespräch mit Olaf Görgler vom Gold Silber Kontor in Berlin

Magazin.Am-Finanzplatz.de, 09.11.2009
Sicherheit in der Finanzkrise: Gold und Silber als die ultimativen Depotanker / Dirk Pinnow für Magazin.am-Finanzplatz.de im Gespräch mit Finanzplaner Dietmar Wilberg über Kaufkraftspeicherung

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