CDS-Kontrakte als eine Art Ausfall-Versicherung für Anleihen sehr gefragt
Die wachsende Verschuldung westlicher Industriestaaten locke zunehmend Investoren an – Marktteilnehmer setzten verstärkt auf Kreditausfallderivate, Credit Default Swaps (CDS), dieser Staaten. Damit spekulierten Anleger stärker darauf, dass Industriestaaten in finanzielle Schwierigkeiten gerieten als Schwellenländer, berichtete die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND in ihrer Online-Ausgabe am 23.11.2009:
Laut dem Datenregister Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) sei das CDS-Volumen für Italien auf Jahressicht von 151 auf 216 Milliarden US-Dollar geklettert – und damit auf den höchsten Wert für ein einzelnes Land. Italien gehöre zu den am stärksten verschuldeten der zur OECD gehörenden Industrieländer – bis 2010 würden die Schulden Prognosen zufolge auf 127,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) anwachsen. Kontrakte auf Großbritannien, die USA und Japan – deren Belastung ebenfalls anwachse – hätten sich in etwa im Vergleich zu 2008 verdoppelt.
CDS-Kontrakte seien eine Art Versicherung für Anleihen – dabei übernehme ein Marktteilnehmer, häufig eine Bank, den Part des Versicherers. Gegen eine Gebühr verpflichte sich der Versicherer zu zahlen, wenn eine Anleihe ausfalle. Traditionell sähen Investoren kaum Bedarf, sich gegen Zahlungsausfälle entwickelter Staaten abzusichern. Seit Ausbruch der Krise habe sich das geändert – Hintergrund seien die wachsenden Defizite der Industrieländer, die Tausende Milliarden in “Konjunkturprogramme” und “Bankenrettungspakete” steckten.
Quelle: FTD.de, 23.11.2009
Originalartikel unter: Schuldenberge der OECD-Länder / Investoren wetten auf Pleiten von Industriestaaten
Weitere Informationen zum Thema:
derStandard.at, 23.11.2009
Spekulationen um Staatspleite Griechenlands /Wegen der hohen Staatsverschuldung sieht der Markt ein erhöhtes Risiko für einen Bankrott Griechenlands, auch Italien kämpft


