Im großen Stil spekulative Arbitragegeschäfte zum Jahresende
Die drei globalen Leitwährungen, Euro, Dollar und Yen, repräsentierten Nationen, die von explodierender Staatsverschuldung, steigender Arbeitslosigkeit und um sich greifender Inflationsangst geplagt seien. Am schlimmsten scheine es um den Dollar zu stehen, berichtete die WELT ONLINE am 16.11.2009:
Von den großen Drei habe sein Wert in den vergangenen Monaten am meisten gelitten. Gegenüber dem Euro habe der “Greenback” seit März 2009 gut 15 Prozent an Wert eingebüßt. Gemessen an der “natürlichen” Währung Gold, die mit 1.139 Dollar eine neue Bestmarke markiert habe, liege der Verlust bei einem Fünftel. Selbst der japanische Yen habe gegenüber der US-Devise aufwerten können, obwohl kein anderes Industrieland so überschuldet sei wie “Nippon”, dessen Bevölkerung obendrein schrumpfe.
Die momentane ausgeprägte Stärke des Euro und anderer Währungen sei vor allem eine Schwäche des Dollars, so Nicolaus Heinen von Deutsche Bank Research.
In den nächsten Wochen könnte es an der Währungsfront heiß her gehen. Zum einen zeigten die vergangenen Jahre, dass Devisenmärkte vor dem Jahreswechsel gelegentlich zu extremen Ausschlägen neigten. Zum anderen sei der Dollar zu einem brandheißen Objekt der Spekulation geworden.
Währungen hingen derzeit von der Wall Street ab, formuliere es Michael Rottmann, Währungsstratege bei UniCredit, und spiele damit darauf an, dass die US-Währung im großen Stil für spekulative Arbitragegeschäfte – Carry Trades – genutzt werde. Hedgefonds und andere Investoren liehen sich bei US-Banken Geld zu rekordniedrigen Zinsen und investierten es in Europa oder den Schwellenländern, wo höhere Erträge winkten. Dabei würden Dollars verkauft (was dessen Wert sinken lasse) und Euro, brasilianische Real oder andere Devisen gekauft (was deren Wert steigen lasse).
Quelle: WELT ONLINE, 16.11.2009
Originalartikel unter: Dollar, Euro und Co. / Am Devisenmarkt wird es bald hoch hergehen
Weitere Informationen zum Thema:
WELT ONLINE, 16.11.2009
Währungen / Fed-Chef beobachtet die Dollar-Abwertung genau
Magazin.Am-Finanzplatz.de, 14.11.2009
Banken und Spekulanten erzeugen größte Finanzblase aller Zeiten / Leichtes Wachstum laut Experten ausschließlich Wirkung milliardenschwerer staatlicher Konjunkturpakete
Magazin.Am-Finanzplatz.de, 03.11.2009
Carry Trades: Währungslotto heizt Abwärtsspirale an / Mehr als 95 Prozent des Devisenhandels dient der Spekulation

