1. Februar 2011

Unbeabsichtigte Folgen von Basel III: Nachteile für kleine Banken und Kunden

Anmerkungen von Felitas Aguilar von „ACI Worldwide“ in Deutschland in einem Expertenkommentar

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 01.02.2011] Felitas Aguilar, „ACI Worldwide“ in Deutschland, hat in einem Expertenkommentar Stellung zu den unbeabsichtigten Folgen von Basel III bezogen:
Liquiditätsmanagement sei eine der wichtigsten Dienstleistungen der Banken – die Liquiditätsengpässe während der Finanzkrise hätten haben dies noch einmal deutlich vor Augen geführt. Mit der Einführung der neuen, strengeren Liquiditätsrichtlinien als Teil der Basel-III-Regularien stehe das Thema wieder ganz oben auf der Agenda der Banken. Ein wichtiger Bestandteil des Liquiditätsmanagements sei die Steuerung von Zahlungsströmen. Doch gerade kleinere Banken in Nischenmärkten ohne formalisiertes Liquiditätsmanagement würden sich in dieser Hinsicht Herausforderungen stellen müssen. Die Auflage, Vermögenswerte mit höherer Liquidität zu halten, werde zudem allgemein Kosten erhöhen und Renditen schmälern.
Einige Banken würden zunehmend in Frage stellen, ob sie weiterhin im Zahlungsdienstleistungsmarkt aktiv sein könnten, vor allem wenn es sich dabei nicht um eine ihrer Haupteinnahmequellen handele. Wenn Liquiditätsmanagement zu höheren Kosten führe, würden in diesem Segment hauptsächlich Banken erfolgreich sein, die im Vergleich zu ihren Wettbewerbern zu den Low-Cost-Anbietern gehören. Die anderen würden schlicht nicht mehr konkurrenzfähig sein.
„Basel III“ werde die Banken dazu zwingen, sich über die Übernachtliquidität hinaus mit Innertagesliquidität auseinanderzusetzen. Zahlungsvorgänge könnten zu erheblichen Belastungen für die Innertagesliquidität führen – Belastungen, die die Banken wiederum in Form von Gebühren an ihre Unternehmenskunden weitergeben könnten. Während also die Absicht von Regulierungsbehörden und Politik gerade darin bestehe, die Kosten für Zahlungsdienstleistungen vor allem innerhalb der Europäischen Union zu verringern, könnte „Basel III“ in dieser Hinsicht genau das Gegenteil bewirken. Profitieren würden von dieser Entwicklung die großen Finanzmarkt-Akteure – diese hätten die Möglichkeit, weitaus mehr Transaktionen, auch länderübergreifende, als bankinterne Umbuchungen durchzuführen, bei denen die Bank als Ganzes keine Liquidität verliere. Für sie fielen dabei also niedrigere Kosten an als für kleinere Banken.

© Grayling Deutschland GmbH

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Felitas Aguilar, „ACI Worldwide“ in Deutschland

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