Experte sagt Zusammenbruch des Marktes voraus
Die Nachfrage nach Unternehmensanleihen sei in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. Doch jetzt drohe der Markt zusammenzubrechen. Immer mehr Unternehmen könnten die Wertpapiere nicht bedienen, schrieb ZEIT-ONLINE-Kolumnist Dr. Conrad Mattern am 12.10.2009:
Unternehmensanleihen hätten sich in den vergangenen Monaten still und leise zum großen Portfoliorenner gemausert. Unternehmen gäben hierbei Schuldverschreibungen an private und institutionelle Investoren aus und erhielten im Gegenzug “frisches Geld” von den Anlegern. Während es aber bei Staatsanleihen nur äußerst selten zu Zahlungsausfällen komme, sei das bei Unternehmensanleihen keine Seltenheit. Nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor’s habe 2009 bereits 228 Zahlungsausfälle bei Unternehmensanleihen gegeben; 2008 seien es lediglich 67 Pleiten gewesen. In Europa habe sich der Anteil der zahlungsunfähigen Unternehmen von 6,4 Prozent auf 9,3 Prozent erhöht.
Doch trotz steigender Ausfallraten nehme die Nachfrage nach Unternehmensanleihen stark zu. Die Prognosen der Ratingagenturen gingen sogar davon aus, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht sei. Das werfe die Frage auf, wann diese “Blase” platzen werde – wahrscheinlich werde es nicht mehr lange dauern. Spätestens wenn die Rentenmärkte für Staatsanleihen drehten und anzögen, würden die Märkte für Unternehmensanleihen darunter leiden.
Quelle: ZEIT ONLINE, 12.10.2009
Originalartikel unter: Unternehmensanleihen / Bald platzt die Blase

