7. März 2010

Studie prognostiziert Rückgang der Anzahl gesetzlicher Krankenkassen

Von über 1.000 zu Beginn der 1990er-Jahre auf 50 im Jahr 2015

Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen werde in den nächsten fünf Jahren kräftig sinken, meldete die WELT ONLINE am 06.03.2010:
Das prognostiziere die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young in einer Studie, die der Welt am Sonntag exklusiv vorliege. Bis 2012 würden laut Studienautor Andreas Freiling nur 100 der aktuell 169 Kassen übrig bleiben. Bis 2015 solle die Zahl, die zu Beginn der 1990er-Jahre noch über 1.000 gelegen habe, sogar auf nur noch 50 sinken. Besonders gefährdet seien dabei die meist kleinen Betriebskrankenkassen. Ihre Anzahl solle von heute 130 auf lediglich zehn zurückgehen.

Als Grund für den Konsolidierungsdruck nenne Freiling die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zum einen sei es im Gegensatz zu früher möglich, dass Krankenkassen pleitegingen. Zum anderen könnten die verbliebenen Anbieter einen erhöhten Finanzierungsbedarf seit der Einführung des Gesundheitsfonds und des einheitlichen Beitragssatzes von 14,9 Prozent nicht mehr über Beitragssteigerungen ausgleichen. Finanziell schwache Kassen müssten steigende Kosten nun über unpopuläre Zusatzbeiträge ausgleichen. Das aber werde Experten zufolge dazu führen, dass viele Mitglieder der Kassen zu Konkurrenten abwanderten und sich dadurch die Problemlage noch weiter verschärfe.

Quelle: WELT ONLINE, 06.03.2010
Originalartikel unter: Gesundheitssystem / Experten sehen Massensterben bei Krankenkassen

Weitere Informationen zum Thema:

Magazin.Am-Finanzplatz.de, 18.02.2010
Überwiegend Defizite: Krankenkassen legen Jahreszahlen 2009 vor / Einzig die TK weist unter den großen Anbietern ein Plus aus

Vitafil2009 auf YouTube, 23.03.2009

Krankenkassen: Neue Fusionen in Sicht

1 Kommentar »

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