9. November 2009

Sicherheit in der Finanzkrise: Gold und Silber als die ultimativen Depotanker

Dirk Pinnow für Magazin.am-Finanzplatz.de im Gespräch mit Finanzplaner Dietmar Wilberg über Kaufkraftspeicherung

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 09.11.2009] Für das Magazin am Finanzplatz Deutschland sprach Dirk Pinnow (D.P.) mit Finanzplaner Dietmar Wilberg über Grundsätze einer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Finanzplanung in kritischer Zeit:

D.P.: Herr Wilberg, wenn nun im Kontext der Finanzkrise – ich würde ja eher von einer ‚Systemkrise‘ sprechen – Vermögensverwalter und Anleger das lange geschmähte und gemiedene Gold wieder entdecken und damit ihre Depots anreichern, heißt das jetzt, dass das Bewusstsein für Realwerte endlich um sich greift?

Wilberg: So sehr ich mich über diesen Trend freue – aber nein, mit einem Bewusstseinswandel hat dies noch nicht viel zu tun. Nach meinen Erfahrungen haben sich die verunsicherten Anleger noch lange nicht vom linearen, charttechnisch getriebenen Kurzfristdenker zum antizyklisch agierenden Strategen gewandelt. Dieser Trend beruht allein auf mangelnden sinnvollen Anlagealternativen! Wer heute nach Sicherheit sucht, stößt zwangsläufig auf Gold und Silber als die ultimativen Depotanker!

© FINANZKANZLEI DIETMAR WILBERG

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Dietmar Wilberg, MBA: Gold und Silber als ultimative Depotanker

D.P.: Die Presse hat sich ja auch – teilweise sehr polemisch – des Themas ‚Gold‘ angenommen und verbreitet überwiegend die Stimmung, Gold sei ja auch nur ein Spekulationsobjekt.

Wilberg: Willkommen im Casino! Ganz im Ernst: Wenn Sie von ‚Papiergold‘ sprechen, ist dieser Vorwurf nur zu berechtigt – gemeint sind damit sogenannte ‚depotfähige Wertpapiere‘ wie z.B. Minenaktien, Minenaktienfonds, Goldanleihen oder Zertifikate mit Partizipationsrechten an der Goldpreisentwicklung. Solche Finanzinstrumente unterliegen tatsächlich starken Preisschwankungen, was somit ihren spekulativen Charakter begründet.

D.P.: Wenn Sie nun ‚Gold‘ in den Mund nehmen, dann meinen Sie also konkret ‚gülden Gold‘?

Wilberg: Ich spreche von Gold als Realwert, in der Tat! Wer physisches Edelmetall erwirbt und sicher – damit meine ich bankextern – lagert, spekuliert keineswegs!
Wer die Bedeutung des anfassbaren, messbaren Edelmetalls begreift, der löst sich von einem auf Dollar oder Euro basierenden Währungsverständnis – Feinunze bleibt Feinunze, Kilogramm bleibt Kilogramm, egal wie der Preis in Form von Papier- oder Giralgeld auch schwankt.

D.P.: Das sollte jedem, der im Physikunterricht aufgepasst hat, einleuchten. Warum aber nur nicht vielen Angehörigen der Medien? Mit penetranter Hartnäckigkeit wird immer wieder über die vermeintlich fehlende ‚Rendite‘ von Gold lamentiert.

Wilberg: Nun, auf den ersten Blick scheint Edelmetall tatsächlich ein ‚toter Baustein‘ der Strategischen Finanzplanung zu sein, da es keine Zinsen oder sonstige Erträge generiert – und das in einer Welt, in der Geld angeblich für uns ‚arbeitet‘.
Betrachten wir es doch mal so: Warum gibt es überhaupt Zinsen für angelegtes Geld? Grob ausgedrückt ist der den Anlegern versprochene Zins jener Preis des Geldes, der es in den Kreditgeldkreislauf lockt. Wenn in Anleger Gold kauft, verzichtet er also auf jenen Preis, da sein Erwerb ja nicht in den Kreditgeldkreislauf fließt, sondern in sein privates Eigentum.

D.P.: Was habe ich konkret davon, physisches Gold als Eigentum und möglichst auch im zugreifbaren Besitz zu haben?

Wilberg: Es geht um Kaufkraftspeicherung! Sie geben Geld – im Grunde nur ein fragwürdiges Versprechen – für reales Edelmetall und frieren gewissermaßen durch diesen Tausch Ihre Kaufkraft ein.
Hierzu am besten ein Beispiel: Das 1908 erstmals vom Fließband gelaufene ‚T-Modell‘ von Ford kostete nominal 850 US-Dollar bzw. 42,5 Goldunzen. Einhundert Jahre später, also 2008, kostete das Nachfolgemodell Ford ‚Focus 2,0 Diesel PF‘ rund 30.820 US-Dollar bzw. 39,3 Goldunzen. In diesen einhundert Jahren verteuerte sich ein Ford-Mittelklassewagen in der Weltleitwährung US-Dollar um sagenhafte 3.625 Prozent, während es sich in Gold um 7,5 Prozent verbilligte!
Wozu also bräuchte Gold denn Zinsen als Teuerungsausgleich, wenn es dazu fähig ist, über 100 Jahre seine Kaufkraft stabil zu halten?

D.P.: Damit wird Edelmetall zum Fundament einer seriösen Finanzplanung…

Wilberg: Sicher! Gold und auch Silber sind eine nicht beliebig vermehrbare Krisenwährung – daher sollten sie heute in keiner ganzheitlichen Finanzplanung als liquider Sparanteil fehlen und innerhalb des Gesamtvermögens mindestens 20 Prozent ausmachen.
Wer Gold und Silber mit dem Geld kauft, das er heute nicht für den Konsum benötigt, ist also ein echter Sparer, denn er legt sich das Edelmetall, ein ewig haltbares Resultat geronnener Arbeitskraft, als Eiserne Reserve beiseite und hofft ja, es nie wieder gegen Papiergeld eintauschen zu müssen.

D.P.: Ihre Empfehlung an verunsicherte Anleger – sozusagen Ihr Schlusswort?

Wilberg: Gold und auch Silber in physischer Form sollten das Fundament einer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Finanzplanung bilden, da sie alle Eigenschaften eines effektiven Vermögensschutzes verkörpern – als sein Eigentümer bleiben Sie damit liquide und verfügen über ein weltweit akzeptiertes Tauschmittel. Zudem lässt es sich diskret aufbewahren und …

D.P.: … Sie haben Sicherheit vor Geldentwertung!

Wilberg: Kennen Sie eine Anlage, die Gleiches vermag? Ich nicht!

Weitere Informationen zum Thema:

FINANZKANZLEI DIETMAR WILBERG
ZIELE ERKENNEN – WEGE FINDEN – KONTINUITÄT WAHREN

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