18. November 2009

Seit Mitte 2008 hält China den Kurs stur bei 6,83 Yuan pro Dollar

Verbilligung des Yuan mit fallendem Dollar zum Nachteil anderer Exportnationen

China mache keine Anstalten, seine künstlich niedrig gehaltene Währung auf absehbare Zeit aufzuwerten. In öffentlichen Kommuniqués würde eine klare Festlegung tunlichst vermieden. Hinter den Kulissen sei allenfalls zu hören, die Führung der Volksrepublik erwäge womöglich, demnächst eine sanfte Aufwertung des Yuan zuzulassen, berichtete die Berliner Morgenpost in ihrer Online-Ausgabe am 18.11.2009:
Das Ringen um den Yuan werde das große Thema der nächsten Jahre werden – sowohl in den Handelsbeziehungen als auch auf den Weltfinanzmärkten. Der Ausgang des Kampfes sei von schwer erfassbarer Tragweite – und er betreffe deutsche Arbeitnehmer und Anleger mehr, als ihnen lieb sein könne.
Im Kern bestehe Pekings Strategie darin, der chinesischen Exportindustrie durch einen künstlich niedrig gehaltenen Wechselkurs einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Seit Mitte 2008 halte Peking den Kurs stur bei 6,83 Yuan pro Dollar, obwohl die Kaufkraft des chinesischen Geldes nach Kalkulationen von Ökonomen um 20 bis 30 Prozent höher liege. Da sich der Wert des “Greenback” in dieser Zeit gegenüber anderen Valuten deutlich abgeschwächt habe, bedeute das auch eine Verbilligung des Yuan zum Nachteil anderer Exportnationen.
Wie mächtig China inzwischen wieder sei, lasse sich daran ablesen, dass der Außenwert des Dollar nicht mehr von Washington, sondern mehr und mehr von Peking bestimmt werde. Durch seine Interventionspolitik hat China einen Devisenschatz von 2.300 Milliarden Dollar angehäuft, der größte Teil davon in Dollar-Werten. Die Volksrepublik halte allein US-Staatsanleihen im Wert von rund 800 Milliarden Dollar und sei damit der größte Einzelgläubiger der USA.
Wie der Erste Weltkrieg gezeigt habe, könnten Nationen sehr wohl Konflikte riskieren, die ihren ökonomischen Interessen zuwiderliefen.
Asiatische Notenbankchefs warnten bereits nachdrücklich vor einer neuen Spekulationsblase, die aus der Nullzinspolitik der US-Notenbank Fed resultieren könnte. Eine Blase in China könnte sich als ebenso gefährlich erweisen wie der “Heisei-Crash” von 1989 und der “Tigerstaaten-Crash” von 1997 zusammen.

Quelle: Berliner Morgenpost, 18.11.2009
Originalartikel unter: Weltkrieg der Währungen / Der Yuan ist Chinas schärfstes Schwert

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