27. September 2011

Produktpiraterie weiterhin problematisch

Begrenzte Hilfe durch eine Wirtschaftsdetektei – gefragt ist die Bundesregierung

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 27.09.2011] Der Schutz des Firmenkapitals und der Erhalt der Stellung auf dem Markt haben für jede Führungspersönlichkeit oberste Priorität. Sowohl durch externe als auch durch interne Faktoren können die Ziele eines Unternehmens aber in Gefahr geraten. Ein immer größer werdendes Problem stellt die Produktpiraterie dar. Vor allem aus dem asiatischen Raum kommen Plagiate nach Deutschland und überfluten den hiesigen Markt. Längst handelt es sich dabei nicht mehr nur um Kleidung oder Unterhaltungselektronik.
In beinahe jeder Branche ist Produktpiraterie inzwischen ein Problem – vom Flugzeugbauer bis hin zum Anbieter für Haushaltsgeräte kämpfen viele Hersteller mit den illegalen Nachbildungen der eigenen Produkte. Die Mittel in dieser Auseinandersetzung sind vielfältig, aber vor allem durch die Unterstützung einer Wirtschaftsdetektei erhoffen sich viele Unternehmen Hilfe. Häufig können die Detektive auch wertvolle Aufklärungsarbeit leisten, doch es scheint ein Kampf gegen Windmühlen zu sein, der ohne die Mithilfe von Regierungsseite nicht zu gewinnen ist. Eine Wirtschaftsdetektei hilft zwar dem einzelnen Unternehmen bei der Aufklärung ganz entscheidend, kann aber nur selten an den Produktionsstätten in China und anderen Ländern der Region etwas ausrichten. Denn auch wenn in Deutschland so die meisten Raubkopien gefunden und vernichtet werden können, werden die Hintermänner oft nicht gefasst. Und so befinden sich auf anderen Märkten außerhalb Deutschlands und der Europäischen Union noch immer viele gefälschte Artikel im Umlauf.
Die Dreistigkeit, mit der die Fälscher vorgehen, verblüfft immer wieder. So fanden sich auf der Elektronikmesse „IFA“ in diesem Jahr wieder mehrere Aussteller, die Plagiate zeigten. Dank der Arbeit von Wirtschaftsdetektiven, der Polizei und des Zolls konnten diese jedoch schnell erkannt und beschlagnahmt werden. Insgesamt wurden 16 Strafanzeigen gestellt. Branchenvertreter verwiesen auf den enormen wirtschaftlichen Schaden, der durch die Produktpiraterie jedes Jahr entsteht, und forderten ein entschlosseneres Vorgehen der Regierungen.
Auch im volkswirtschaftlichen Sinne ist eine verstärkte Kooperation, vor allem mit der chinesischen Regierung, sinnvoll. In jedem Jahr entsteht durch die Fälschungen alleine in Deutschland ein Schaden von mehr als 30 Milliarden Euro, was hierzulande auch den Verlust von Arbeitsplätzen verursacht. Es wird vermutet, dass inzwischen zehn Prozent des Welthandels auf Plagiate entfallen. Ein Großteil dieser Fälschungen stammt aus China, was es westlichen Regierungen und Unternehmen schwer macht, effektiv dagegen vorzugehen. Werden Fälschungen auf Messen entdeckt, besteht lediglich die Möglichkeit Bußgelder zu verhängen, doch die Produktion komplett zu stoppen ist von Deutschland aus eher schwierig. Die chinesischen Behörden zeigen sich oftmals nur bedingt kooperativ, Gefängnisstrafen für die Hintermänner sind selten, das gilt ebenso für hohe Geldstrafen. Genau das fordern jedoch nun vehement die Branchenverbände, um die Täter effektiv abzuschrecken.

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