Börsenaufsicht offenbar mit Automatisierung überfordert
Was Derivate seien, habe früher kaum jemand außer den “Wall-Street”-Insidern gewusst – bis sie die Welt in die tiefste Finanzkrise seit Jahrzehnten gestürzt seien. Selbst Aufseher und Zentralbanker sollen von den Billionensummen überrascht gewesen sein, die – fast völlig unreguliert – von einer Handvoll großer Institute um den Globus gejagt worden seien. Von den Folgen der Implosion des Derivatemarkts habe sich die Weltwirtschaft noch nicht erholt, da baue sich schon die nächste bedrohliche Welle auf – sie heiße “High Frequency Trading” (HFT), berichtete die ZEIT ONLINE am 05.09.2009:
Hinter “HFT” verberge sich ein extrem schneller Aktienhandel – dabei verkauften Computer bis zu 1.000 Aktien innerhalb einer Sekunde. HFT habe nichts mit konventioneller Geldanlage zu tun. Die Computerhändler ließen ihre Rechner die Orderströme an den Märkten durchkämmen, auf der Suche nach kleinsten Kursbewegungen. Aus diesen generierten sie dann durch blitzartig erteilte Aufträge Millionenerträge.
Selbst Insider räumten ein, dass die Gefahr der Manipulation bestehe. Mangelnde Fairness und Transparenz bedrohten langfristig das Funktionieren der Kapitalmärkte. Doch die Risiken seien noch drängender. Die neue Welt aus Cybercasinos und Untergrundbörsen habe sich weitgehend unbeachtet von den Aufsichtsbehörden entwickelt.
Quelle: ZEIT ONLINE, 05.09.2009
Originalartikel unter: Spekulation per Computer / Zu schnell für die
Börsenaufsicht

