Familienunternehmen sind Jobmotoren und wachsen dynamisch auch in rezessiven Zeiten
Deutsche Familienunternehmen hätten sich angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der vergangenen Monate als besonders krisenresistent erwiesen. Wie eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergeben habe, hätten die 500 größten familiengeführten Unternehmen hierzulande die Zahl ihrer Beschäftigten zwischen 2006 und 2008 pro Jahr um durchschnittlich 2,2 Prozent erhöht. Die DAX-Unternehmen, die nicht in Familienhand seien, hingegen hätten im gleichen Zeitraum Jobs abgebaut – die Zahl der Arbeitsplätze im gleichen Zeitraum sei dort im Schnitt um 2,6 Prozent vermindert worden.
Familienunternehmen seien Jobmotoren und wüchsen dynamisch auch in rezessiven Zeiten, so Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der “Stiftung Familienunternehmen”. Das Ergebnis zeige, wie groß die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Familienunternehmen tatsächlich sei.
Über Jahre hinweg hätten vor allem die Unternehmen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestanden, die sich nach dem Vorbild von US-Konzernen vor allem auf schnelles Wachstum konzentriert hätten. Familiengeführte Unternehmen, die bei ihren Managemententscheidungen traditionell vorsichtiger und weniger schnell agierten, rückten in den Hintergrund – bis die Wirtschaftskrise die Risiken der rein auf Wachstum basierenden Geschäftsstrategien deutlich vor Augen geführt und manche Wirtschaftslenker zum Nachdenken gebracht habe.
Jüngsten Berechnungen der KfW-Bankengruppe zufolge sei der deutsche Mittelstand insgesamt im Krisenjahr 2008 ein wesentlicher Stabilisator der Konjunktur gewesen. Anders als das Gros der Großunternehmen hätten gerade mittelständische Unternehmen 2008 ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht – die Gesamtinvestitionsausgaben des Mittelstandes hätten 165 Milliarden Euro betragen, was 55 Prozent der gesamten deutschen Unternehmensinvestitionen entspreche.
Die Ergebnisse der Studie zeigten aber auch, dass die kleinen und mittleren Unternehmen noch immer nicht ausreichend mit Krediten versorgt würden – längerfristig werde eine restriktive Kreditvergabe fatale Auswirkungen auf die Wachstumsdynamik haben.
Quelle: WELT ONLINE, 23.11.2009
Originalartikel unter: Eigentümergeführte Unternehmen / Familienunternehmen hängen Dax-Konzerne ab
Weitere Informationen zum Thema:
ZEW
Umfangreiche Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen vorgelegt / Download der Studie (3,35 MB)

