Spätestens mit der massenhaften Verrentung der Babyboomer wird der Fluch deckungsloser Zusagen offenbar
Wenn der Autor des Artikels “Falschgeldsystem vor dem Offenbarungseid: Deutschland kommt ins Endspiel”, Roland Woldag, 1987 im völlig heruntergekommenen Potsdam aus der Mietshaustür getreten sei, habe dies dem Betreten einer kafkaesken Bühne geglichen. Hinter der Wohnungstür habe es “Normalität” gegeben, vor der Haustür habe eine unwirkliche Zeitverschiebung geherrscht. Der Hausflur sei gewissermaßen der “Timetunnel” in eine Zeit gewesen, die nicht das 20. Jahrhundert habe sein wollen. Dieses habe hingegen im “Westfernsehen” stattgefunden, während draußen vor der Tür die beklemmende Atmosphäre des 19. Jahrhunderts im Verfall geherrscht habe.
20 Jahre später, im Herbst 2007, nachdem “die sozialdemokratischen Parteien SPDCDUCSUFDP” die “Wirklichkeit” als politisch inkorrekt aus den Programmen gestrichen hätten, habe sich langsam das Gefühl wieder eingestellt, welches ihn schon am Ende der vorletzten Sozialismusphase irritierte habe, schrieb Woldag auf ef-online am 26.11.2009:
Ein Blick in die Verlautbarungsorgane des überlebten Zeitgeistes fördere keinerlei Erkenntnisse mehr zutage. Die Massenmedien kommentierten nur noch das eigene Echo. Die Suche nach Wahrheit in den letzten zwei Jahren habe jedoch zu klaren Erkenntnissen geführt – das gegenwärtige Stillstandsphänomen sei die Folge der staatlichen Schuldenintervention in den beginnenden gesellschaftlichen Umbruch.
Die Situation scheine hoffnungslos, doch ein beherzter Klimmzug an der morschen Mauer des “Zeitgeistgefängnisses” lasse einen Blick in die Zukunft zu – das “Umverteilungskartell” ersticke im eigenen System, es sei so festgefahren, wie die aggressiv wiederholte Propaganda seiner Massenmedien. Es könne nicht mehr vor noch zurück.
Das “Angloimperium” sitze am tiefsten in der Falle. Es habe sich über fast zwei Generationen mit “Falschgeld” finanziert – die Welt habe geliefert, zuerst Europa, dann China. Heute lebe es von Warentransfers, finanziert aus dem Quantitative Easing. Staatsanleihen würden mittlerweile dadurch finanziert, dass sich die Kartellbanken “Falschgeld” von der Fed für 0,25 Prozent liehen und dann Staats-Bonds mit dem 10-fachen Zins kauften, die dann durch Steuermittel bedient würden. Das System gehe jetzt also an die reine Substanz, indem es die Staatsbevölkerung auszehre. In Deutschland funktioniere das nicht anders. Hier komme erschwerend hinzu, dass die gesamte Sozialordnung auf demselben Prinzip der Beleihung der Zukunft ohne Pfand fuße.
Man könne Kredit nämlich auf zweierlei Weise erzeugen – Kredit gegen Verpfändung eines bestehenden Wertes (Wertewirtschaft) oder Kredit auf der Basis einer ungesicherten Zukunftserwartung (Schuldenwirtschaft), die als Pfand nur bedrucktes Papier kenne. Die Wertewirtschaft sei auf bestehende Substanz angewiesen, die Schuldenwirtschaft auf Schuldner. Fehlten aber die Schuldner, weil sie die Kreditaufnahme verweigerten oder dem “demographischen Wandel” zum Opfer fielen, sei Schluss, dann kollabiere das System. Der Staat könne seine Zahlungszusagen nicht mehr erfüllen und wenn er sie nominal erfülle, dann nur ohne Gegenwert – Inflation.
Da die Sozialsysteme und die Staatsfinanzierung auf demselben Prinzip der deckungslosen Versprechen auf Papier (Geld-, Renten-, und Versorgungsbescheide) beruhten, addierten sich deren Negativbilanzen auf ca. neun Billionen Euro (explizite Schulden 1,6 Billionen Euro, implizite Schulden über 7 Billionen Euro), und sie gingen auch gemeinsam unter.
Oft hörten wir, jeder Bürger habe 20.000 Euro Schulden. Das sei längst Augenwischerei. Teile man die gesamten Leistungsversprechen des Staates durch jene, welche es erwirtschaften müssten, komme gegenwärtig ca. eine halbe Million Euro pro Produktivkraft heraus. Dieser Wert steige in den nächsten Jahren der massenhaften Verrentung von Babyboomern rasch auf eine Millionen Euro – das sei “das sichere Ende der sozialdemokratischen Ordnung in Deutschland”.
Quelle: ef-online, 26.11.2009
Originalartikel unter: Falschgeldsystem vor dem Offenbarungseid: Deutschland kommt ins Endspiel / Ein Ausblick aufs Finale
Weitere Informationen zum Thema:
Magazin.Am-Finanzplatz.de, 23.11.2009
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Magazin.Am-Finanzplatz.de, 08.11.2009
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