30. März 2011

Kleine und mittlere Unternehmensberatungen oft nicht ausreichend vor Haftungsansprüchen geschützt

Spezialversicherer Hiscox warnt vor Folgen kostspieliger Klagen der Auftraggeber

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 30.03.2011] Wie der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) jüngst mitgeteilt habe, sei 2010 für die Branche das beste Jahr aller Zeiten gewesen. Der Gesamtumsatz habe bei 19 Milliarden Euro gelegen – ein Plus von 6,9 Prozent. Für 2011 sagten Prognosen noch höhere Wachstumsraten voraus. Demgegenüber würden aber auch wachsende Risiken stehen, so der Spezialversicherer Hiscox. Berater würden zunehmend mit oft kostspieligen Klagen ihrer Auftraggeber konfrontiert. Während die Branchengrößen meist über eine Versicherung für solche Fälle verfügten, seien nach Schätzung von Hiscox-Experten etwa 70 Prozent der über 70.000 kleinen und mittleren Beratungen in Deutschland nicht adäquat geschützt:
Wenn Unternehmen hohe Summen in Consultants investieren, wollten sie dafür perfekt geschnürte Lösungen und schnelle Entscheidungen. Der daraus erwachsende Druck erhöhe das Risiko, dass trotz umfassender Fachkompetenz Fehler unterlaufen könnten, so Alexander Rudolph, „Underwriting Manager“ bei Hiscox. Seit der Finanzkrise stelle Hiscox einen wachsenden Trend fest, Berater für die Folgen vermeintlicher Fehlberatung in die Verantwortung zu nehmen. Oft reiche es bereits aus, wenn bei der Wettbewerbsanalyse kleine Details übersehen oder Zeitlimits überschritten werden. Resultieren daraus Umsatzausfälle oder unerwartete Kostensteigerungen, könnten Beratungen dafür haftbar gemacht werden. Besonders bei kleineren und mittleren Managementberatungen könne dadurch rasch die Existenz auf dem Spiel stehen.
Eine Haftpflichtpolice schütze vor den finanziellen Folgen möglicher Fehler. Die Versicherung übernehme laut Rudolph dabei nicht nur etwaige Schäden, sondern biete auch vollen Rechtsschutz und stehe im Falle einer Klage von Beginn an beratend und unterstützend zur Seite. Anwalts-, Gerichts- und – wenn erforderlich – auch Gutachterkosten würden vom Versicherer übernommen. Ein weiterer Grund für den Abschluss der Police sei, dass inzwischen immer mehr Unternehmen bei der Auftragsvergabe eine Berufshaftpflicht verlangten, selbst von Ein-Mann-Unternehmen.
Versichern lassen sich nach Angaben von Hiscox neben der klassischen Strategieberatung auch Bereiche wie Risikomanagement-, Organisations-, EDV- und Personalberatung oder Interimsmanagement. Die Unterschiede zwischen den Versicherern seien durchaus merklich – daher sollten Beratungsunternehmen bei der Suche nach der richtigen Police darauf achten, dass alle Kernleistungen eingeschlossen und dass ihre spezifischen Risiken versichert sind. Das Bedingungswerk sollte leicht verständlich und transparent sein. Im Bedarfsfall müsse professionelle Unterstützung durch ein Expertennetzwerk zur Verfügung stehen. Bei international tätigen Beratern sei weltweiter Versicherungsschutz von hoher Bedeutung.

Print Friendly

Keine Kommentare »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment

*



 

Powered by WordPress