19. September 2010

Jeden kann es treffen: Finanzierung von senioren- und behindertengerechten Umbauten

Filed under: Aktuelles,Immobilien — Schlagwörter: , , , , , — ct @ 21:16

Viele Betroffene wissen gar nicht, dass die Kosten nicht komplett selbst getragen werden müssen

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 19.09.2010] Viele Familien kennen das Problem: Nur zu gerne würde man die nicht mehr ganz so mobile Großmutter oder den Großvater im Rollstuhl bei sich zuhause aufnehmen, doch fühlt man sich durch so eine Situation schnell überfordert. Wie soll Oma oder Opa vom Schlafzimmer im ersten Stock beispielsweise ins Badezimmer im Erdgeschoss kommen, wenn niemand daheim ist? Bewegungen mit dem Rollstuhl sind ohnehin schon schwer genug, selbst wenn man jemanden hat, der einem hilft. Alleine jedoch werden bereits wenige Treppen schnell zum unüberwindbaren Hindernis im Haus.
Besonders schwer ist die Situation natürlich dann, wenn der Senior geistig noch total fit ist, aber der Körper nicht mehr ganz mitmacht. Die Übersiedlung in ein Altersheim ist für viele Betroffene dann noch viel schwerer zu verkraften. Man wird aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, in der man teilweise jahrzehntelang gelebt hat, und von fremden Leuten betreut, die, selbst wenn sie noch so engagiert sind, die eigene Familie niemals ersetzen können. Deswegen ziehen viele besorgte Familien dann in Erwägung, die Wohnung oder das Haus behindertengerecht auszubauen. Dies ist allerdings oft nicht gerade billig, schließlich müssen sämtliche verwendete Bauteile strengen Sicherheitsvorkehrungen genügen. Gerne würde man Oma dann bei sich aufnehmen, doch wer soll beispielsweise den Einbau vom Treppenlift, von Haltegriffen, einem Notrufsystem oder die Umbauten an Bad und WC bezahlen? Viele Familien wissen gar nicht, dass diese Kosten nicht komplett selbst getragen werden müssen.
Da die gesetzlichen Krankenversicherungen den Einbau eines Treppenlifts nicht finanzieren, muss man sich nach anderweitigen Finanzierungshilfen umsehen. So zahlen die Pflegeversicherungen beispielsweise bis zu 50 Prozent zur Anschaffung und zum Einbau eines Treppenlifts dazu, höchstens jedoch 2.400 Euro. Ein Blick in ein aktuelles Sozialgesetzbuch kann ebenfalls helfen, weil darin alle zuständigen Stellen aufgelistet sind, die Unterstützung zur Finanzierung leisten.
Viele Anbieter haben inzwischen auch gebrauchte Treppenlifte in ihrem Verkaufsangebot. Die Kosten hierfür sind deutlich geringer als für einen komplett neuen Lift, allerdings sollte man beim Kauf eines gebrauchten Treppenlifts zuvor alle wichtigen Teile von einem Fachmann durchchecken und auf ihre Sicherheit hin überprüfen lassen. Die stark in Anspruch genommenen Teile wie etwa die Sitzfläche oder die Haltegriffe werden meist vor dem Einbau durch das Fachpersonal ausgetauscht.
Wurde die Behinderung gar durch einen Arbeits- oder Freizeitunfall verursacht, kann meist die Versicherung des Unfallverursachers in Anspruch genommen werden. Auch die Arbeitsagenturen, Rentenversicherungen oder sogenannten Integrationsfonds zahlen oft einen Zuschuss oder übernehmen sogar einen Großteil der Kosten. Teilweise vergeben auch Berufsgenossenschaften oder Förderstellen des jeweiligen Bundeslandes Zuschüsse. So kann man mit ein wenig Aufwand also dafür sorgen, dass Oma und Opa nicht ins Altersheim müssen, sondern dennoch ihren Lebensabend im Kreis der Familie genießen können.

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