14. September 2009

Jahrestag der Lehman-Pleite: Verbraucher haben viel Vertrauen verloren

Keine „Berater“ sondern „Verkäufer“ in den Banken – eine bittere und oft teure Erkenntnis

[Magazin.am-finanzplatz.de, 14.09.2009] Ein Jahr nach der „Lehman-Pleite“ zieht die Verbraucherzentrale Hamburg eine ernüchternde Bilanz der Lehren aus der Finanzkrise:
Die meisten „Lehman“-Opfer ständen nach wie vor ohne Entschädigung da. Wohl hätten sich die Hamburger Sparkasse, die Frankfurter Sparkasse und die Citibank um Vergleichslösungen bemüht. Doch was für die Verbraucher bisher dabei heraus komme, sei enttäuschend. Nach Schätzungen erhielten nur rund ein Viertel der Kunden eine Entschädigung, deren Höhe bei 10 bis 100 Prozent des Schadens liege. Die Dresdner Bank – inzwischen Commerzbank – woll das Problem offenbar aussitzen. Nicht einmal zeitnahe Antworten erhielten die Betroffenen, wenn sie ihre Ansprüche anmeldeten. Auch die Postbank, die Delbrück Bank und die Apo-Bank blieben stur.
Die meisten Kunden müssten auf den Ausgang der gerichtlichen Pilotverfahren warten. Eine gefestigte Rechtsprechung gebe es nicht, aber einige ermutigende Urteile – insbesondere vom Landgericht Hamburg.
Die Beratung in den Geldinstituten habe sich nicht entscheidend verändert. Zwar würden nicht mehr so offensiv Zertifikate an unerfahrene Kunden verkauft, aber nach wie vor die für die Altersvorsorge ungeeigneten langfristigen fondsgebundenen Rentenversicherungen.
Bei den Verbrauchern sei viel Vertrauen verloren gegangen – sie ließen sich nicht  mehr alles andrehen, sondern hätten gelernt, dass in der Bank keine „Berater“ sondern „Verkäufer“ säßen.

Weitere Informationen zum Thema:

verbraucherzentrale Hamburg
Lehman-Geschädigt? Wir helfen Ihnen!

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