28. November 2009

Gefahr der Verstrickung in Geldwäsche bei gutgläubiger Überweisung fremder Gelder

Cyber-Kriminelle suchen naive Mithelfer zum Weiterleiten der Beute ins Ausland

Es gibt viele Tricks, naive Mithelfer zum Transfer der Beute ins Ausland zu motivieren – einen beschreibt Capital in der Online-Ausgabe am 25.11.2009:
Die schöne “Elena” aus Russland sei unsterblich in den Deutschen Erwin verliebt. Der fühle sich geschmeichelt und könne es kaum erwarten, bis “Elena” ihn endlich besuchen komme. Es gebe da nur ein Problem – “Elena” habe das Geld für den Flug angeblich in Deutschland auf einem Konto. Wenn sie nun die Summe direkt auf ihr russisches Konto buche, bekomme sie Probleme mit den Steuerbehörden. Deshalb wolle sie das Geld lieber erst auf Erwins Konto überweisen, damit er es sogleich per Western Union weiter an “Elenas Mutter” nach Russland schicken könne. Erwin tue seiner “Elena” den Gefallen und warte sehnsüchtig auf seine schöne Russin – doch stattdessen erschienen dann Polizisten, denn Erwin stehe unter Geldwäscheverdacht. Er sei nur benutzt worden, um illegal von anderen Kundenkonten abgeräumtes Geld ins Ausland zu schaffen. Hinter den Attacken stehe auch keine kleine “Elena”, sondern die Organisierte Kriminalität.
An das Geld argloser Kunden kämen die Täter zum Beispiel über Man-in-the-middle-Angriffe beim Internetbanking. Dabei schleusten die Betrüger auf den Computern ihrer Opfer Trojaner ein. Wolle der Kunde dann Geld überweisen, manipuliere der “Trojaner” im Hintergrund den Betrag und die Bankverbindung und leite die Summe an einen anderen Empfänger.
Ein wirksamer Schutz sei das Mobile-Tan-Verfahren, das zum Beispiel die HypoVereinsbank (HVB) anbiete. Dabei schicke der Kunde seine Überweisung über das Onlinebanking-Portal an die Bank. Diese wiederum bestätige ihm die Empfänger- und Betragsdaten per SMS auf sein Handy und sende ihm auch eine Transaktionsnummer (TAN), mit der der Kunde den Auftrag noch freigeben müsse. Diese Nummer könne der Kunde dann nur für den Überweisungsbetrag mit den Empfängerdaten nutzen, die er vorher der Bank geschickt habe. Damit konnten wir die “Betrugsversuche fast auf null reduzieren”, sage ein HVB-Sprecher.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Betrogene sein Geld mithilfe der Polizei von “Elena” und Co. zurückbekomme, sei äußerst gering. Denn die Betrüger holten das Geld in Russland nicht selbst ab, sondern schickten etwa Obdachlose vor – danach verliere sich ihre Spur.

Quelle: Capital, 25.11.2009
Originalartikel unter: Online-Banking / Heimliche Späher

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 08.11.2009
Online-Banking: Verdopplung der Zahl der Betrugsopfer gegenüber 2008 / Schaden soll sich 2009 auf bis zu elf Millionen Euro belaufen

2 Kommentare »

  1. [...] Magazin.Am-Finanzplatz.de, 28.11.2009 Gefahr der Verstrickung in Geldwäsche bei gutgläubiger Überweisung fremder Gelder / … [...]

    Pingback von Bundesweit schon über 1.000 Schnäppchenjäger auf kriminelle Website-Betrieber hereingefallen - datensicherheit.de Informationen zu Datenschutz und Datensicherheit — 28. November 2009 @ 23:40

  2. [...] Magazin.Am-Finanzplatz.de, 28.11.2009 Gefahr der Verstrickung in Geldwäsche bei gutgläubiger Überweisung fremder Gelder / C… [...]

    Pingback von Naive Überweisungsgehilfen transferieren Geld aus betrügerischen Angeboten - Magazin.am-finanzplatz.de - Nachrichten und Gedanken über den Finanzplatz Deutschland — 29. November 2009 @ 00:55

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