31. August 2013

Beseitigung von Liquiditätsengpässen für den Mittelstand durch Factoring

Bedarf an innovativen Finanzierungsangeboten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gerade für KMU als Wohlstandsbasis der Volkswirtschaften

[Magazin.Am-Finanzplatz.de, 31.08.2013] Es dürfte unstrittig sein, dass gerade in Zeiten einer Wirtschafts-, Währungs- und Finanzkrise insbesondere der Garant für Wohlstand im Land – der Mittelstand – Bedarf an innovativen Finanzierungsangeboten hat, um trotz aller Schwierigkeiten weiter wertschöpfend tätig sein zu können. Neben Leasing und Zwischenhandel stellt das sogenannte Factoring ein solches Angebot dar.

Factoring verhilft zur zuverlässigeren Finanzplanung

Beim Factoring übertragen die Kunden, in diesem Fall vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), ihre Forderungen gegenüber ihren Kunden vor der Fälligkeit der jeweiligen Rechnung an einen Factor. Mit einem Abschlag auf die Rechnungssumme, mit dem z.B. das Ausfallrisiko und die Dienstleistungsgebühr des Factors getragen werden, erhält das KMU relativ schnell sein Geld und erfährt somit eine Verbesserung der eigenen Liquidität. Der Vorteil für das KMU ist die bessere Planbarkeit, so dass selbst der Abschlag zu verschmerzen ist.

Von der Babyloniern zum BGH-Beschluss

Historische Wurzeln des heutigen Factorings sollen schon bei den alten Babyloniern und später bei den Fuggern zu finden gewesen sein. Im 17. Jahrhundert galt London als Zentrum des Factorings, während es in den USA über die Textilindustrie Ende des 19. Jahrhunderts weitere Verbreitung fand, wo dann auch die maßgebliche systematische Finanzierungsform geprägt wurde. In Deutschland sollte es noch bis Ende der 1950er-Jahre dauern, bis das neuzeitliche Factoring langsam Eingang fand – durchsetzen konnte es sich erst, nachdem 1978 durch den Bundesgerichtshof (BGH) zwei bislang ungeklärte wesentliche Rechtsfragen hinsichtlich des Verkaufs von Waren unter dem Vorbehalt der Weiterveräußerung daraus erwachsener Forderungen entschieden worden waren.

Vielfalt der Factoring-Varianten

Wie aber kommt es, dass trotz dieser innovativen, wenngleich ja gar nicht mehr so neuen Finanzierungsmöglichkeit der Mittelstand immer wieder über Liquiditätsprobleme klagt? Wahrscheinlich gibt es gar nicht den einen Grund, sondern eine Überlagerung mehrerer Unwägbarkeiten, die KMU eher vorsichtig werden lassen. Mit dem Verkauf einer Forderung gegenüber einem Kunden kommt in den unter Umständen sehr engen Kontakt zwischen Lieferanten bzw. Dienstleister und dem Kunden eine weitere Partei ins Spiel, durch die vielleicht die Harmonie des Handels zwischen ehrenwerten Vertragsparteien gestört wird. Auf der anderen Seite sind es gerade frei praktizierende Ärzte, die gerne ihre Forderungen verkaufen – in diesen Fällen mag es von den Patienten sogar positiv bewertet werden, dass sich der Mediziner auf sein Fachgebiet konzentriert und die Abwicklung des Finanziellen externen Profis überlässt. Sicher muss auch zwischen Geschäften „B2B“ einerseits und „B2C“ andererseits unterschieden werden; die Bereitschaft die dritte Partei zu akzeptieren dürfte unterschiedlich ausgeprägt sein. Hinzu kommt, dass der Begriff „Factoring“ gewissermaßen ein Oberbegriff für viele zum Teil doch sehr unterschiedliche Ausprägungen einer Finanzdienstleistung ist – da gibt es sogenanntes echtes und unechtes Factoring, Fälligkeits-Factoring, Inhouse-Factoring bzw. Bulk- oder Eigenservice-Factoring, Auswahl-Factoring, Offenes und Stilles Factoring, Halb-offenes Factoring sowie die Sonderformen VOB-Factoring, Einzel -und Mietfactoring, Anwalts- und Steuerberaterfactoring, Reverse Factoring und Finetrading. Auch die Forfaitierung und „Asset Based Securities“ sind in dem Dunstkreis der forderungsbasierten Unternehmensfinanzierungen zu finden… Da fällt es gerade den kleineren Mittelständlern sicher schwer, den Durchblick zu finden und eine für sie passende Form zu finden. Doch trotz aller möglichen Verwirrung kann es sich auch für die KMU lohnen, über Factoring konkret nachzudenken und Angebote einzuholen.

Factoring zur Rettung von Insolvenz bedrohter KMU

Während es in Deutschland um dieses Thema in letzter Zeit eher ruhig geworden zu sein scheint, empfiehlt sich ein Blick über den Tellerrand zu unseren österreichischen Nachbarn – dort wurde unlängst, am 25. Juli 2013, im WirtschaftsBlatt.at von einem dramatischen Fall einer aus zwei GmbH bestehenden Unternehmensgruppe, „Die Käsemacher”, berichtet, die von Insolvenz bedroht über Factoring Zeit gewinnen soll, um Investoren zu finden und so die Arbeitsplätze und die Unternehmen selbst zu retten.

Informationen zum Thema Factoring für Interessenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet zum Beispiel die Svea Ekonomi AB in Zürich.

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