14. November 2009

Banken und Spekulanten erzeugen größte Finanzblase aller Zeiten

Leichtes Wachstum laut Experten ausschließlich Wirkung milliardenschwerer staatlicher Konjunkturpakete

Seit dem Frühjahr 2009 seien die Börsenkurse um gut 50 Prozent gestiegen, der Ölpreis habe sich annähernd verdoppelt, Gold koste nominell in Dollar so viel wie noch nie – satte Spekulationsgewinne, so weit das Auge reiche. Und die großen Spieler, die die Welt mit überzogenen Risken gerade erst in eine gigantische Wirtschaftskrise gestürzt hätten, gingen unter staatlichen Schutzschirmen schon wieder Risken ein, als gäbe es kein Morgen – das alles mitten in einer realwirtschaftlichen Depression, berichtete DiePresse.com am 13.11.2009: Zwar zeigen die Konjunkturdaten etwa für Europa im dritten Quartal 2009 erstmals wieder leichtes Wachstum an, praktisch alle Experten seien sich aber darüber einig, dass dies ausschließlich auf die Wirkung milliardenschwerer staatlicher Konjunkturpakete zurückzuführen sei. Erst 2010 werde man sehen, ob der Schub, den die Staatsmilliarden der Wirtschaft gegeben hätten, diese auch zum selbstständigen Laufen bringe – oder ob sich die Staaten für weitere Konjukturspritzen noch tiefer verschulden müssten.
Fundamentale Gründe für die Preisexplosion bei Aktien, Rohstoffen und Edelmetallen gebe es also eher nicht. Der Aktienmarkt werde befeuert vom Dilemma der Notenbanken – Fed, Europäische Zentralbank & Co. müssten die Märkte seit Monaten mit billigem Geld geradezu überfluten, um im Gefolge der Finanzkrise einen Totalzusammenbruch der Weltwirtschaft zu verhindern. Sie böten damit aber Spekulationsgelegenheiten, wie sie sich meist nur einmal in einem Spekulantenleben ergäben. Diese Spekulationen könnten die neuen Finanzblasen noch fast ein Jahr auffüllen. Freilich – je länger das geschehe, desto “lauter” werde nach Expertenmeinung der Knall beim Platzen. Dann brächen die jetzt aufgeblasenen Aktien- und Rohstoffmärkte zusammen.

Quelle: DiePresse.com, 13.11.2009
Originalartikel unter: Wirtschaftskrise: Unterwegs zur Mega-Blase

Weitere Informationen zum Thema:

Magazin.Am-Finanzplatz.de, 11.11.2009
G20 ignoriert krisenfördernde globale Ungleichgewichte / Dollar-Yuan-Kopplung: US-Ökonom Nouriel Roubini warnt vor Mutter aller Carry Trades

Magazin.Am-Finanzplatz.de, 03.11.2009
Carry Trades: Währungslotto heizt Abwärtsspirale an / Mehr als 95 Prozent des Devisenhandels dient der Spekulation

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1 Kommentar »

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    Pingback von US-Dollar als brandheißes Objekt der Carry-Trades-Spekulation - Magazin.am-finanzplatz.de - Nachrichten und Gedanken über den Finanzplatz Deutschland — 17. November 2009 @ 10:24

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