10. November 2009

Auswanderer sollten sich vorab über alle Versicherungsfragen sachkundig machen

In der Krise gibt es viele enttäuschte Rückkehrer

Wer seine Zukunft in einem fernen Land vor Augen habe, denke positiv – ein Neuanfang mit Wohnung, Job, Kontakten. Sprachkenntnisse seien notwendig, manchmal auch Impfungen, wenn das Ziel so richtig in der Ferne liege. An Arbeitslosigkeit und Krankheit denke niemand gern. Doch Auswanderer sollten sich mit ihrer persönlichen Absicherung und Finanzplanung befassen, schrieb die WELT ONLINE am 10.11.2009:
Auch wenn es gerade solch dröge Angelegenheiten seien, von denen sich Abenteuerlustige am liebsten für immer verabschieden würden. Erschreckend viele Auswanderer – jung wie alt – kümmerten sich vorher nicht um diese Fragen, habe Torsten Janßen beobachtet, der für das Hamburger Raphaels-Werks Auswanderer und Rückkehrer berate.
Gerade jetzt in der Krise gebe es viele, die ungeplant etwa aus Spanien oder Kanada zurückkehren müssten. Es seien ganze Familien, die am Rande der Pleite säßen und nicht wüssten, woher Geld für ihre Rückkehr kommen solle. Er wisse von keinem einzigen Fall, in dem es gelungen sei, das im Notfall nach dem deutschen Konsulargesetz mögliche Darlehen als Rückkehrhilfe tatsächlich zu bekommen, sage Janßen.
Gerade in Versicherungsfragen sollten es sich Auswanderer nicht zu einfach machen – ob junge Berufstätige, Ruheständler oder Arbeitnehmer. Für sie alle sei die Sozialversicherung ganz wichtig. Nur wer mehr als 183 Tage an seinem deutschen Wohnsitz verbringe, könne weiter in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, betone Janßen.
Dies betreffe beispielsweise viele Rentner, die ihren Wohnsitz in den sonnigen, spanischen Süden verlegt hätten – sie riskierten ihren Versicherungsschutz zu verlieren. Denn gerade sie täten oft einfach so, als ob sie noch in Deutschland wohnten, erzähle Janßen. Aber wenn die Krankenversicherung dann feststelle, da könne etwas nicht stimmen, weil der Versicherte ständig zum spanischen Arzt gehte, sei es zu spät.
Berufstätige hätten ohnehin keine Wahl – sie würden aus dem Sozialversicherungssystem ausscheiden, sage Janßen. Beiden Auswanderergruppen sei geraten, sich vorab bei der “Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung im Ausland” zu informieren. Klären sollten Berufstätige auch, was beim Ende des Jobs mit ihrem Aufenthaltsstatus geschehe – in manchen Ländern erlösche die Aufenthaltserlaubnis mit dem Verlust des Arbeitsplatzes.

Quelle: WELT ONLINE, 10.11.2009
Originalartikel unter: Ohne Rückfahrschein / Auch Auswanderer müssen abgesichert sein

Weitere Informationen zum Thema:

Bundesverwaltungsamt
Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige

DVKA
Herzlich willkommen bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)

Raphaels-Werk
Herzlich willkommen im Raphaels-Werk Dienst am Menschen unterwegs e. V.

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